Großrazzia in Kiel : Polizei nimmt Rocker-Anführer fest

Angaben zufolge waren 270 Einsatzkräfte bei den Festnahmen im Einsatz. Foto: dpa
Angaben zufolge waren 270 Einsatzkräfte bei den Festnahmen im Einsatz. Foto: dpa

Der Anführer der "Legion 81" ist am Mittwoch in Kiel festgenommen worden. Die Rocker-Gruppe gilt als Unterstützer der "Hells Angels".

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12. Mai 2011, 11:39 Uhr

Am frühen Mittwochmorgen hat die Staatsanwaltschaft Kiel mit einem Großaufgebot der Polizei und zusätzlichen Spezialeinsatzkräften insgesamt 13 Wohnungen von Mitgliedern und dem Anführer der "Legion 81" in Kiel und Umgebung untersucht.
Den in der Vergangenheit als Unterstützer der "Hells Angels" im Kieler Raum aufgetretenen Mitgliedern der "Legion 81" werden unter anderem Straftaten wie Körperverletzungen, Förderung der Prostitution, Menschenhandel, Erpressung und Betrugsdelikte vorgeworfen. Außerdem soll der Anführer der "Legion 81" Kiel Mitglieder der Legion aufgefordert haben, einen Aussteiger zu töten.
Festnahme des Anführers der "Legion 81"
Mit den zeitgleich vollstreckten Durchsuchungsbeschlüssen des Amtsgerichts Kiel nahmen die Ermittler der Sonderkommission Rocker im Landeskriminalamt (LKA) den 39-jährigen Anführer der "Legion 81" fest. Nach dem gegenwärtigen Stand der Ermittlungen hatte der Festgenommene durch Einschüchterung und Gewaltausübung auf aussteigewillige Mitglieder der Gruppe eingewirkt und sie dazu gezwungen, sich der Gruppe unterzuordnen. Gegen den 39-Jährigen wurde noch am Mittwoch Haftbefehl erlassen.
Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Kiel setzt das Landeskriminalamt mit diesem Schlag die verfolgte "Null-Toleranz-Strategie" im Kampf gegen kriminelle Motorradgruppen sowie deren Unterstützer fort. Bereits am Dienstag hatte die Polizei mehrere Mitglieder des Motorradclubs "Hells Angels" und weitere Verdächtige festgenommen. Die insgesamt sieben Männer im Alter zwischen 26 und 56 Jahren seien am frühen Dienstagmorgen in Hamburg, München und Oberbayern bei Durchsuchungen gefasst worden, teilten die Beamten in München mit. Auch Räume in Siek im Kreis Stormarn wurden durchsucht, bestätigte das LKA Hamburg gegenüber shz.de.
270 Einsatzkräfte bei Festnahmen im Einsatz

Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft den "Hells Angels" neben räuberischer Erpressung und Verstößen gegen das Waffengesetz Rauschgifthandel vor. Bei der Razzia seien demnach auch Betäubungsmittel beschlagnahmt worden, berichtete die Anklagebehörde.
Insgesamt waren den Angaben zufolge 270 Einsatzkräfte bei den Festnahmen im Einsatz. Das Dezernat für Bekämpfung der Organisierten Kriminalität im Polizeipräsidium München hatte seit August 2010 im Auftrag der zuständigen Staatsanwaltschaft Augsburg gegen 13 Mitglieder des Motorradclubs ermittelt. Gegen sechs von ihnen wurden Haftbefehle beantragt, die am Dienstag vollstreckt wurden.
(dpa, shz)

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