Fünf Tage auf der Flucht : Polizei fasst Sextäter aus NRW in Niebüll

Endstation Niebüll: Hier fand die Polizei einen gesuchten Sextäter. Foto: sh:z
Endstation Niebüll: Hier fand die Polizei einen gesuchten Sextäter. Foto: sh:z

Die Flucht eines Sextäters endet in Niebüll: Nach fünf Tagen Fahndung findet die Polizei den 53-Jährigen aus Mönchengladbach. Bei der Festnahme versucht er wieder, zu fliehen.

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17. Juni 2013, 10:34 Uhr

Niebüll | Fünf Tage war ein gefährlicher Sexualstraftäter vom Niederrhein auf der Flucht - dann wurde er 600 Kilometer weiter nördlich in Nordfriesland gefasst. Der Mann, der am Sonntag in Mönchengladbach während eines Ausgangs entwischt war, wurde am Freitagabend in Niebüll festgenommen. "Es ist der von uns Gesuchte", bestätigte ein Sprecher der Polizei Viersen am Samstag.
Der Mann habe bei seiner Festnahme erheblichen Widerstand geleistet, sagte der Sprecher. Obwohl er bereits gefesselt gewesen sei, habe er noch einen Fluchtversuch unternommen. Die Polizisten des Reviers Niebüll hätten das aber verhindert.

Alle Jugendherbergen rund um Flensburg überprüft

Die Kripo Viersen hatte den Aufenthaltsort des Mannes nach eigener Darstellung im Laufe des Freitags bereits auf den Bereich von Flensburg und Umgebung eingrenzen können. Wichtig sei dabei auch der Hinweis einer Zeugin gewesen, die den 53-Jährigen am Abend in Flensburg erkannt habe. Die Polizei hatte ein Fahndungsfoto veröffentlicht.
Da die Polizei wusste, dass der Mann vermutlich in Jugendherbergen übernachten würde, überprüfte sie alle Jugendherbergen rund um Flensburg. Um 21.30 Uhr gelang es dann tatsächlich, den Gesuchten vor Betreten einer Jugendherberge in Niebüll abzufangen und festzunehmen.
Der Forensik-Patient aus der LVR-Klinik in Viersen-Süchteln war seiner Pflegerin am Sonntag während einer Radtour entwischt. Er hatte schon seit 2005 öfter Ausgang in Begleitung. Ein Gericht hatte 1991 seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet, nachdem er ein Grundschulkind sexuell missbraucht hatte. Davor hatte er in den 80er Jahren schon einmal ein Kind missbraucht. Ärzte kamen zu dem Schluss, dass in Freiheit ein Rückfall nicht ausgeschlossen sei. In den vergangenen Jahren waren nach Angaben des Klinikträgers LVR alle Ausgänge des Mannes problemlos verlaufen. Die "Rheinische Post" berichtete, dass andere Patienten der Klinik von den Fluchtplänen des Mannes gewusst hätten. Er habe sich auch vor kurzen Freigängen Butterbrote geschmiert und seine Zahnbürste eingepackt.

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