Kiel : Polizei fasst den Vergewaltiger von der Kiellinie

Tatort Blücherbrücke: Hier wurde die 31 Jahre alte Frau missbraucht. Foto: Polizei
Tatort Blücherbrücke: Hier wurde die 31 Jahre alte Frau missbraucht. Foto: Polizei

Die Polizei hat den Mann gefasst, der eine Frau am Kieler Hindenburgufer auf einer Bank vergewaltigt haben soll. Eine öffentliche Fahndung mit Phantombild führte zum 25-Jährigen.

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14. April 2011, 07:51 Uhr

Er arbeitete ganz in der Nähe des Tatortes - die Kieler Kriminalpolizei hat den Vergewaltiger von der Kiellinie gefasst. Es handelt sich um einen 25-jährigen Mann aus Marokko, der in der Landeshauptstadt lebt. Gestern Nachmittag wurde er der zuständigen Haftrichterin am Kieler Amtsgericht vorgeführt. Sie folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und erließ einen Haftbefehl. Der Beschuldigte wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Zur Tat äußerte er sich bislang nicht.
Es war Mitte Januar, ein Montagabend. Zwischen 17.30 und 19.20 Uhr muss es gewesen sein. Eine 31-Jährige sitzt auf einer der sechs weißen Bänke an der Blücherbrücke, nahe dem Café "Pennekamp". Bis zur Kiellinie sind es nur 20 Meter. Sie blickt auf die Förde, hinter ihr steht mächtig die Staatskanzlei.
Plötzlich setzt sich ein dunkler Typ zu ihr. Der Unbekannte raucht, riecht stark nach Alkohol. Über seinen Kopf hat er die Kapuze seines schwarzen Pullovers gezogen. Er spricht Deutsch mit südländischem Akzent, redet unaufhörlich auf die Frau ein. Dabei bedrängt er sie immer wieder, vergewaltigt sie schließlich.
Nach der Tat flüchtet der Sextäter zum Parkplatz am Bernhard-Harms-Weg, gleich neben der Staatskanzlei. Er entkommt unerkannt.
Die missbrauchte Frau ist völlig verstört, doch sie kann der Polizei eine sehr genaue Täterbeschreibung geben. Es soll sich um einen etwa 20 bis 30 Jahre alten, südländisch aussehenden Mann handeln. Seine Haut ist dunkel, jedoch nicht schwarz. Er trug eine schwarze Hose, eine schwarze Jacke und den Kapuzen-Pullover. Die Polizei kann durch diese genaue Beschreibung ein Phantombild erstellen, doch die öffentliche Fahndung in Zeitungen und auf Plakaten entlang der Kiellinie bringt zunächst wenig. Dabei hatte der Suchhund der Polizei schon gleich nach der Tat die richtige Nase gehabt, führte die Beamten zu einem Wohn- und Geschäftsbereich in der Nähe. Hier arbeitete der Gesuchte. Aber es ergab sich zunächst keine konkrete Spur. Im Verlauf der weiteren Ermittlungen erkannte schließlich ein Befragter den Gesuchten auf dem Fahndungsbild. Polizeisprecher Jürgen Börner: "Das Phantombild war gut."
Dienstagabend nahmen Beamte des zivilen Streifenkommandos den mutmaßlichen Täter an seinem Arbeitsplatz fest.
(db, shz)

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