Tankverbot für Biosprit : Polizei fährt bei E10 auf Nummer sicher

Für die Dienstwagen der schleswig-holsteinischen Polizei ist der Biosprit E10 tabu. Foto: dpa
Für die Dienstwagen der schleswig-holsteinischen Polizei ist der Biosprit E10 tabu. Foto: dpa

"Verträgt mein Motor E10 oder nicht?" Eine Frage, die sich Schleswig-Holsteins Polizei nicht stellen muss. Aus Angst vor Schäden dürfen Dienstwagen den Sprit nicht tanken.

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13. März 2011, 04:39 Uhr

Kiel | "Eine entsprechende Anweisung ist an alle Dienststellen herausgegeben worden", sagte Jessica Wessel, Sprecherin des Landespolizeiamts. Die Entscheidung des Dezernats für Kraftfahrzeugwesen sei vom Innenministerium abgesegnet worden. Damit kommt, wenn das herkömmliche Super demnächst vom Markt verschwindet, das bis zu acht Cent teurere Super Plus in die Tanks der Streifenwagen. Zahlen darf das der Steuerzahler. "Wir wollen auf Nummer sicher gehen, aufwendige Reparaturen vermeiden, die unter Umständen viel mehr kosten", so Wessel. In Schleswig-Holstein gibt es 1200 Polizeifahrzeuge, allerdings tanken die meisten Diesel. Das E10-Verbot betrifft lediglich 160 Autos und 50 Motorräder. Und Jessica Wessel versichert: "Sobald feststeht, dass die Benutzung von E10 für diese Fahrzeuge garantiert unschädlich ist, steigen wir auf den neuen Kraftstoff um."
Die Polizei hat also vorerst die Notbremse gezogen, wie schätzen Kommunen und deren Unternehmen die möglichen Gefahren von E10 ein? Die Dienstfahrzeuge der Stadtverwaltung Elmshorn (Kreis Pinneberg) fahren alle mit Benzin. Eine Anweisung, was zu tanken ist, gibt es bislang nicht. Ein Sprecher: "Solange der Vertragspartner der geleasten Fahrzeuge die Stadt dazu nicht auffordert, wird getankt, was an den Zapfsäulen angeboten wird, derzeit noch Super, später E10."
"Die meisten unserer Fahrzeuge haben sowieso Diesel"
Wilfried Bockholt, der Bürgermeister von Niebüll (Kreis Nordfriesland) sagt: "Die meisten unserer Fahrzeuge, also etwa vom Bauhof, haben sowieso Diesel. Und die wenigen Benziner, die wir haben, sind so neu, dass sie E10 laut den Listen der Hersteller auf jeden Fall vertragen - und dann wird das natürlich auch getankt."
In Neumünster tanken über 90 Prozent der 150 Dienstfahrzeuge der Stadtverwaltung Diesel. "Die wenigen Benziner in unserem Fuhrpark sind aber so alt, dass wir das Risiko mit E10 nicht eingehen wollen", sagt Stadtsprecher Stephan Beitz.
Bei den Stadtwerken von Husum (Kreis Nordfriesland) muss sich niemand Gedanken machen. Sprecherin Elisabeth Fürchtenicht: "Die eine Hälfte unsere Flotte fährt mit Erdgas, die andere mit Diesel."

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