Schleswig-Holstein : Pflanzenschutzmittel im Grundwasser

Vier der 35 Grundwassergebiete in Schleswig-Holstein sind mit größeren Rückständen aus Pflanzenschutzmitteln belastet. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Landtagsabgeordneten Detlef Matthiessen hervor.

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10. Januar 2008, 02:42 Uhr

"Die betroffenen Grundwasserkörper liegen auf den Nordseeinseln sowie in den Geestgebieten Leck-Husum-Handewitt, Oeversee-Rendsburg-Schwabstedt und Elmshorn-Wedel-Wandsbek- Kaltenkirchen", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Papier. Somit ist auch der Hamburger Norden und das nahe Umland betroffen. Laut dem Kieler Umweltministerium besteht aber keine Gefahr für die Gesundheit. Die Proben zur Untersuchung der Belastung seien in einem Meter Tiefe genommen worden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Trinkwasser werde aus 20 bis 80 Metern Tiefe gefördert. Politiker Matthiessen warf der Landesregierung Verharmlosung und Tatenlosigkeit vor. "Agrargifte gehören nicht ins Grundwasser." Er kritisierte: "Obwohl die Wasserrahmenrichtlinie der EU zur Herstellung eines guten chemischen Zustrandes der Gewässer verpflichtet, tut die Landesregierung praktisch nichts für die Erreichung dieses Zieles."
Der Bericht betont: "Bei den Belastungen des Grundwassers handelt es sich um lokale Beeinträchtigungen, die weder die Nutzung als Trinkwasserreservoir beeinträchtigen noch zu einer signifikanten Belastung von abhängigen ökologischen Systemen führen." Doch erreichten vier Reservoirs nicht den in europäischen Richtlinien festgelegten „guten chemischen Zustand“. Grund seien vor allem die Stoffe Dichlorbenzamid, Oxadixyl und Dichlorpropan.
Dies wird sich laut Landesregierung wegen der langen Sickerzeiten auch bis 2015 nicht ändern - dem Jahr, in dem die Richtlinie greifen soll. Das Land wolle aber nicht versuchen, den Abbau künstlich zu beschleunigen. "Ergänzende Maßnahmen sind (...) nicht notwendig, weil die Reduzierung im Grundwasser durch Verdünnung mit Regenwasser und Abbau der Wirkstoffe auf natürliche Weise erfolgt." Der Einsatz der kritischen Stoffe sei inzwischen verboten, heißt es in der Antwort.

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