Bürgermeister-Wahlkampf : Persönliche Angriffe im Internet

Am 12. September entscheiden die Rendsburger, ob Klaus Schädel, Hans-Dieter Mensing oder erneut Andreas Breitner als Chef ins Rathaus einzieht. Foto: jfs
Am 12. September entscheiden die Rendsburger, ob Klaus Schädel, Hans-Dieter Mensing oder erneut Andreas Breitner als Chef ins Rathaus einzieht. Foto: jfs

Drei Männer, ein Job: Am 12. September entscheiden die Rendsburger, wer als Chef ins Rathaus einzieht. Die Bürger können sich virtuell und persönlich der Kandidaten machen.

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02. September 2010, 07:56 Uhr

Rendsburg | Drei Kandidaten - ein Posten: Am 12. September ist in Rendsburg Bürgermeisterwahl. Dann stellen sich Amtsinhaber Andreas Breitner (43), der Rendsburger Tabakwarenhändler Hans-Dieter Mensing (48) und der Großhansdorfer Umzugsunternehmer Klaus Schädel (51) dem Votum der Wähler. Alle drei Kandidaten werben auf Plakaten im Stadtgebiet mit ihren Fotos und recht knappen Aussagen. Wie sollen sich die Wähler ein Bild von den Persönlichkeiten, von ihren Ansichten und Ideen machen? Eine Gelegenheit, die drei Bürgermeister-Bewerber hautnah zu erleben, bietet sich am Dienstag, 7. September (19.30 Uhr). Während einer Podiumsdiskussion im Kleinen Saal des Kulturzentrums stellen sich die Kandidaten den Fragen von LZ-Redaktionsleiter Gero Trittmaack. Im Anschluss an die Fragerunde können Bürgerinnen und Bürger eigene Fragen stellen. Die Diskussion wird vom Offenen Kanal aufgezeichnet.
Einigen Aufschluss über die Bewerber bietet auch ein Blick auf deren Internetseiten. Besonders auffällig ist da der Auftritt von Klaus Schädel (www.klaus-schaedel.de). Neben Daten zum persönlichen und politischen Werdegang sowie Terminen gibt es einen Blog, in dem Schädel Andreas Breitner zu Sachthemen, aber auch persönlich angreift. In selbst geschriebenen Statements geht es unter anderem um die Verschuldung der Stadt ("Schluss mit der verantwortungslosen Zukunftsplanung"), Krippenplätze ("Bürgermeister Klaus H. Schädel agiert vorrangig sozial und schafft klar mehr Krippenplätze") und die Rolle der SPD vor der Gerichtsentscheidung zum Landeswahlgesetz ("Andreas Breitner ist offenbar kein Freund von Demokratie, Menschenrechten und Verfassungstreue").
Kandidatenkontakt per E-Mai
Zudem wirft Schädel Breitner vor, seine Familie in den Wahlkampf hineinzuziehen, indem er "Nacktbilder seiner hilflosen Kinder" auf seine Homepage gestellt hatte, "damit auch der letzte Pädophile seine Stimme für ihn abgibt". Gemeint war ein Foto, auf dem Breitner und seine Tochter in einer Duschkabine bis zu den Schultern zu sehen waren.
Breitner selbst hat auf diese Attacken bisher nicht reagiert - weder mit rechtlichen Schritten noch mit Kommentaren auf seiner Internetseite (www.andreas-breitner.de). Dort reiht Breitner eine Menge von Terminen auf (wobei Wahlkampf- und offizielle Stadt-Termine bunt gemischt sind), zieht eine ausführliche Bilanz seiner bisherigen Arbeit und stellt einen Zehn-Punkte-Plan mit Themen vor, die Schwerpunkte der künftigen Arbeit sein sollen. Zudem ist eine Bildergalerie mit den Themen "Meine Stadt" (15 Bilder), "Mein Beruf" (22) und "Privates" (20) zu sehen.
Hans-Dieter Mensing bietet im Internet einen Einblick in seinen Werdegang und listet vier Themen auf, die ihm wichtig sind. Dabei geht es um bessere Rahmenbedingungen für Geschäftsleute und Arbeitsplätze, Schutz vor Kleinkriminalität und Jugendbanden, den Winterdienst und barrierefreies Einkaufen.
Alle drei Bürgermeisterkandidaten bieten auf ihren Homepages die Möglichkeit, per E-Mail Kontakt aufzunehmen, Schädel und Mensing haben auch Telefonnummern angegeben.

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