Lokführer-Streiks : Pendler atmen auf: Streik-Ende bei AKN

Sachsens früherer Ministerpräsident Georg Milbradt soll zwischen Bahngesellschaften und Gewerkschaft vermitteln. Foto: dapd
Sachsens früherer Ministerpräsident Georg Milbradt soll zwischen Bahngesellschaften und Gewerkschaft vermitteln. Foto: dapd

Die Züge der Regionalbahn AKN rollen wieder nach Fahrplan. Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist beendet. Was mit der NOB ist, ist aber unklar.

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01. September 2011, 08:47 Uhr

Kaltenkirchen/Kiel | Ein Schlichtungsverfahren unter Vorsitz des ehemaligen sächsischen Ministerpräsidenten Georg Milbradt (CDU) soll den Tarifstreit beenden - und während des achtwöchigen Verfahrens herrscht Friedenspflicht. Die Erleichterung bei den Pendlern ist groß.
Pech könnten aber Reisende haben, die auf Züge der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) angewiesen sind. Die NOB wollte kein Schlichtungsverfahren, bei dem auch andere Regionalbahnen ohne Tarifabschluss am Tisch sitzen. Grund: Die Geschäftsführung möchte einen Haustarifvertrag umsetzen. "Es geht darum, regionale Besonderheiten berücksichtigen zu können", erklärt NOB-Sprecherin Christiane Lage. Deshalb habe man ein eigenes Schlichtungsverfahren initiiert.
Die Lokführergewerkschaft stimmte diesem Sonderweg zu. Doch dann kam es zu schweren Verwerfungen zwischen den Verhandlungspartnern. GDL-Sprecher Stefan Mousiol: "Die Verträge zum Schlichtungsverfahren lagen auf dem Tisch, bereit zur Unterschrift. In diesem Moment wurde dann mündlich eine weitere Bedingung gestellt. Schriftliche folgten später. Das ist ein schlechter Stil." Die Gewerkschaft sagte ein für den 23. August geplantes Folgegespräch ab.
Differenzen um die Person des Schlichters
Nach Informationen des sh:z gab es Differenzen um die Person des Schlichters - und die NOB forderte, man müsse frei von Vorbedingungen in das Schlichtungsverfahren einsteigen. Das klingt diplomatisch, schien für die Gewerkschaft aber offenbar nicht tragbar zu sein. Denn ihre Bedingung für den Beginn einer Schlichtung war es stets gewesen, über den Abschluss eines bundesweit einheitlichen Tarifvertrags für Lokführer zu sprechen. Ohne Vorbedingungen zu verhandeln, empfand die GDL demnach als eine nicht zumutbare Vorbedingung - und lehnte ab.
Die NOB-Geschäftsführerin Martina Sandow erklärte, der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky habe ihr signalisiert, ohne Vorbedingungen verhandeln zu wollen. Ob es letztlich klug war, diesen Punkt vertraglich einfordern zu wollen, steht auf einem anderen Blatt.
Von Seiten der Lokführergewerkschaft hieß es am Dienstag: "Wir sind der NOB weit entgegen gekommen. Nun sind wir an einem Punkt, an dem wir uns wieder Maßnahmen vorbehalten." Im Klartext: Es dürfte erneut Streiks geben.

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