Hannover : Panik beim Bundesvision Song Contest

Hoffen auf die Unterstützung der Schleswig-Holsteiner: 'Panik' treten am Donnerstag um 21 Uhr (Pro7) beim 'Bundesvision Songcontest' an. Foto: Panik
Hoffen auf die Unterstützung der Schleswig-Holsteiner: "Panik" treten am Donnerstag um 21 Uhr (Pro7) beim "Bundesvision Songcontest" an. Foto: Panik

Die Spannung steigt. Am Donnerstag gehen die sechs Nordlichter von "Panik" (ehemals "Nevada Tan") in Stefan Raabs Musikshow für Schleswig-Holstein an den Start. Wie es zur Teilnahme kam und welche Chancen sie sich ausrechnen, verrät Bandmitglied Christian Linke im Gespräch mit Sonja Kröger.

Avatar_shz von
15. Februar 2008, 05:45 Uhr

shz.de: Ihr tretet am Donnerstag beim "Bundesvision Song Contest" in Hannover auf. Wo erreichen wir euch gerade, steckt ihr bereits mitten in den Proben?
Linke: Wir hatten am Dienstag ein Interview und Fotoshooting für ein französisches Musikmagazin in Hamburg. Ab Mittwoch sind wir in Hannover, dann steigt die Generalprobe.
shz.de: Warum wollt ihr Schleswig-Holstein musikalisch vertreten?
Linke: Naja, die letzten Vertreter waren ja auch immer recht stolze Repräsentanten für Schleswig-Holstein und haben recht gut abgeschnitten, beispielsweise "Fettes Brot" oder Kim Frank. Wir sind einfach waschechte Schleswig-Holsteiner. Ich bin in Neumünster geboren und aufgewachsen und habe in meiner Schulzeit eigentlich jeden Sommer in Westerland auf Sylt verbracht. Jan kommt auch aus Neumünster, Timo aus Hohenweststedt. Wir sind hier aufgewachsen und geboren. Wer also sollte Schleswig-Holstein würdig vertreten, wenn nicht wir?
shz.de: Wie kam es zu der Teilnahme?
Linke: Die Teilnahme wurde durch die veranstaltende Firma (Brainpool) ausgeschrieben. Daraufhin haben wir uns gemeldet und gesagt, dass wir gerne mitmachen würden. Glücklicherweise sind wir dann auch auserwählt worden.
shz.de: Warum war euch diese Teilnahme als Band so wichtig?
Linke: Wir sind in Moskau durch die Innenstadt gelaufen und wurden erkannt. Wir haben in Tschechien, Paris und Straßburg gespielt, sind bald in Skandinavien, Polen und Asien unterwegs - einer der wenigen Orte, an dem wir noch fast unbekannt sind, ist unsere Heimat, nämlich Schleswig-Holstein. Und das ist eigentlich recht traurig. Wir waren so ziemlich in jedem Regionalblatt, waren zweimal bei Stefan Raab, drei- oder viermal bei "The Dome", "Stern TV", "Taff", "RTL Explosiv" und unzähligen anderen Sachen. Aber die lokale Presse hat sich bislang noch nicht so für uns interessiert. Das finden wir ein bißchen schade. Wenn wir bei so einer Veranstaltung dabei sind und Schleswig-Holstein vertreten würden wir uns natürlich freuen, wenn unser Bundesland hinter uns steht.
shz.de: Wie kam es zur Songauswahl, warum habt ihr euch für das Stück "Was würdest du tun?" entschieden?
Linke: Da viele Menschen uns mit diesem Song erst kennenlernen werden, haben wir einen genommen, der die verschiedenen Facetten unserer Musik widerspiegelt. Wir sind mit sechs Leuten eine große Truppe. Wir haben einen DJ dabei und mit David jemanden aus dem klassischen Bereich (Anmerkung der Redaktion: David Bonk hat bei "Jugend musiziert" mehrfach Preise für sein Klavierspiel erhalten). Bei uns mischen sich klassische Elemente mit Hip Hop, Rap und Gesang. Der Song beinhaltet so ziemlich alles, was wir machen. Es ist ein Stück, das einfach musikalisch für uns steht.
shz.de: Wie hoch stuft ihr eure Siegchancen ein?
Linke: Schwierig. Es ist natürlich ein Riesenaufgebot dabei, darunter "Laith al Deen", "Subway to Sally", "Sportfreunde Stiller" oder "Culcha Candela". Die sind alle schon viel länger im großen Musikgeschäft, haben mehrere Hits gehabt und eine riesige Fanbase hinter sich. Aber es ist genau wie beim Sieg von "Lordi" beim "Eurovision Song Contest". Ich denke, auch beim "Bundesvision Song Contest" werden die gewinnen, die die beste Performance liefern.
crFPvkubN30
shz.de: In wem seht ihr eure größten Konkurrenten?
Linke: "Culcha Candela" ist natürlich ein Top-Favorit. "Subway to Sally" ist ein Underdog, für mich aber die größte Band, weil die wirklich sehr gute Songs und Alben veröffentlicht haben. Wenn wir unter die ersten Fünf kommen, wäre das schon echt klasse für uns. Top Drei wäre komplett hervorragend und Top Eins eine Paralleldimension. Es wäre natürlich super, wenn wir am Donnerstag den "Bundesvision Song Contest" gewinnen und am nächsten Tag die beiden Echos erhalten, für die wir nominiert sind.
shz.de: Wie bereits angesprochen seid ihr in diesem Jahr für zwei Echos nominiert ("Newcomer des Jahres national", "Gruppe des Jahres Rock/Alternative national"). Freut ihr euch über den momentanen Erfolg oder werdet ihr davon fast ein bißchen überrannt?
Linke: Also der Hype war in den letzten Monaten eigentlich nicht so groß, weil unser erstes Album bereits medial "durch" war. Aber es ist natürlich super, der Echo ist DER deutsche Musikpreis und auch europaweit sehr anerkannt. Neben den "Ärzten" und den "Beatsteaks" nominiert zu sein ist wirklich eine riesige Ehre.
shz.de: In einem Interview habt ihr einmal über euch selbst gesagt: "Keine Band ist wie wir". Was macht euch so besonders?
Linke: Es gibt zumindest in Deutschland keine Band, die genau das Gleiche macht, wie wir. Es gibt ähnliche, die Hip Hop mit Rock vermischen, darunter "Such a Surge" oder "H-Blockx", aber das ist immer noch etwas anderes, weil wir einfach mehr in die Extremen gehen. Ich kenne keine Band, die das genauso macht.
shz.de: Ihr habt euch kürzlich aufgrund sittenwidriger Verträge von euren Produzenten getrennt. Wie würdest du die momentane Stimmung in der Band beschreiben?
Linke: Wenn man als junger Musiker in das Musikbusiness hereinkommt, kennt man das noch nicht. Wenn man dann als erstes an solche Menschen gerät und im kreativen Bereich nicht mehr das machen kann, was man möchte, ist es echt schwierig. Jetzt haben wir die kreative Freiheit, die wir haben wollten und produzieren selbst. Die ganze Aktion war wirklich ein Befreiungsschlag für uns.
shz.de: Wie sehen eure weiteren Pläne für das laufende Jahr aus, was können die "Panik"-Fans 2008 erwarten?
Linke: Erstmal wollen wir so schnell wie möglich unser neues Album fertig stellen, weil ja bereits alle darauf warten. Dann werden wir wahrscheinlich ein paar Showcases im Mai spielen (Anmerkung: Der Begriff bezeichnet im Musikgeschäft ein Konzert vor und für Vertreter von Plattenfirmen). Im Sommer wollen wir einige Festivals mitnehmen und auch das Ausland besuchen, darunter Moskau, Frankreich und Polen. Im Herbst werden wir dann mit einer eigenen Tournee starten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen