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Osterbrauchtum : Ostereier: Was hat das mit Zahltag zu tun?

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Woher kommt der Osterhase und warum feiern wir das Osterfest? shz.de beantwortet in einer Serie Fragen rund um die Feiertage.

shz.de von
erstellt am 05.Apr.2015 | 14:01 Uhr

Ostereier haben in Deutschland eine lange Tradition. Bereits 1230 taucht das Ei in einem Gedicht des süddeutschen Dichters Freidank auf.

Kleine Kinder können es kaum erwarten, am Ostersonntag nach Eiern und kleinen Geschenken im Haus und im Garten zu suchen. Aber warum sucht man eigentlich Eier?

In vielen Kulturen hat das Ei eine symbolische Bedeutung. Es steht für das Leben und vor allem für Fruchtbarkeit. Die Phönizier lebten nach der Vorstellung, dass die Welt aus einem Ei entstanden sei. Im Christentum hingegen symbolisiert das Ei das durch Gott gegebene Leben.

Für seine Verbreitung als eines der wichtigsten Ostersymbole gibt es eine einfache Erklärung. Mit Eiern wurden Pacht und Zinsen bezahlt – und neben Martini am 11. November war Ostern einer der Zahltage. Zudem wurden wertvolle Eier aus Marmor oder Holz an Festtagen verschenkt.

Außerdem gibt es weitere, äußerst praktische Erklärung: In der Fastenzeit vor Ostern war der Eiergenuss seit dem 7. Jahrhundert untersagt. Da nun aber die Hühner darauf keine Rücksicht nehmen können, gab es an Ostern einen Eier-Überschuss.

Bereits im 18 Jahrhundert wurde in evangelischen Familien nach den bunten Eiern gesucht. So weiß  man aus Berichten, dass 1783 bei Johann Wolfgang von Goethe in Weimar die Kinder suchten – allerdings schon am Gründonnerstag.

Während heute viele Menschen ihre bunten Eier fertig im Supermarkt kaufen, wurde früher selbst ausgeblasen, verziert und gefärbt. Dazu wurde oft ein Sud aus Zwiebelschalen für eine braune Färbung und Rote Beete für eine rötliche Farbe genutzt.

Manche Eier sind richtige kleine Kunstwerke. Einige zeigen zum Beispiel einen Baum. Oft stellt der den Lebensbaum dar, der für Wachstum und Leben steht. Herzen sind ebenfalls beliebte Motive. Sie stehen für den Sitz der Seele.

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