Sturm und Regen : Orkantief „Alexandra“ kommt nach SH - schwere Böen in Nordfriesland

Als Orkantief Xaver vor einem Jahr über SH tobte, hatten diese zwei Männer alle Mühe, sich beim überfluteten Fähranleger in Dagebüll an einem Geländer festzuhalten.
Als Orkantief Xaver vor einem Jahr über SH tobte, hatten diese zwei Männer alle Mühe, sich beim überfluteten Fähranleger in Dagebüll an einem Geländer festzuhalten.

Sturmböen, Regen und Schnee: Seit Mittwoch ist es stürmisch in SH. Für Nordfriesland und Helgoland galt am Morgen eine Unwetterwarnung. Der wohl windigste Tag: Freitag.

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09. Dezember 2014, 16:26 Uhr

„Wir werden das schon merken“, sagt Sebastian Wache, Diplom-Meteorologe bei der Wetterwelt GmbH in Kiel. Er wolle zwar keine Panik verbreiten. Fest steht aber: Das Tief „Alexandra“ wird in den kommenden Tagen auch kräftige Sturmböen nach Schleswig-Holstein bringen. Vor allem auf die Nordseeinseln wird der südwestliche Wind peitschen, begleitet von Schauern. Auch im Landesinnern und an der Ostsee seien stürmische Böen möglich, sagt Wache. Allerdings nicht so stark wie an der Nordsee.

Der DWD sprach für Mittwoch Unwetterwarnungen aus - für die Küstengebiete im Kreis Nordfriesland und Helgoland. Es traten vereinzelt orkanartige Böen von 110 Kilometern pro Stunde auf. Die Warnungen galten bis 8 Uhr. Der Wetterdienst warnte vor allem vor eventuell herabstürzenden Ästen, Dachziegeln und anderen Gegenständen.

Bisher hat der Sturm noch keine schweren Folgen: Zu Einsätzen musste die Feuerwehr bisher noch nicht ausrücken. Das teilte die Leitstelle Nord am Mittwochmorgen mit.

Los ging es mit dem Sturm in der Nacht zu Mittwoch - und „Alexandra“ hat Schnee, Regen oder gefrierenden Regen im Gepäck. „Vereinzelte orkanartige Böen über 103 Kilometern pro Stunde (Beaufort 11) in exponierten Lagen an der Nordsee bzw. auf den Nordseeinseln", sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Dienstag voraus. Schon am Abend traten an der Norsdseeküste Windböen um 60 Kilometern pro Stunde (Beaufort 7) auf.

Am Donnerstag werde der Wind leicht abflauen, sagt der SH-Wettermann Sebastian Wache. Am Freitag könnte aber sogar der windigste Tag der Woche werden. Denn südlich von „Alexandra“ haben die Meteorologen ein kleines Randtief entdeckt. „Die Frage ist, wo am Ende der Kern liegt“, sagt Wache über das noch namenlose Tief. Im Moment gehe man vom nördlichen Dänemark aus. Das kann sich aber noch ändern.

Das atlantische Orkantief befand sich am Dienstagmorgen noch zwischen Grönland und Island. Ausläufer des Tiefs erfassen auch Deutschland, allerdings trifft das Sturmfeld Schleswig-Holstein nicht mit voller Kraft. Laut Deutschen Wetterdienst ist der Norden der britischen Inseln am stärksten betroffen, dort wurden bereits am Dienstagmorgen Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von 120 bis 143 Kilometern pro Stunde (Beaufort 12) gemessen. „Einzelne Modell-Vorhersagen zeigen sogar Spitzenböen bis zu 180 Kilomtern pro Stunde auf“, schreibt der DWD. Extrem hohe Wellen mit Höhen von zehn bis 15 Metern sollen auf die Westküsten Irlands und Schottlands treffen.
 

0 Beaufort – Windstille

Es ist kein Wind zu bemerken, die See ist spiegelglatt.

1 Beaufort – leiser Zug

1 Beaufort ist kaum zu bemerken. Rauch treibt leicht ab, Wasser kräuselt sich, Fahnen bleiben aber unbewegt

2 Beaufort – leichte Brise

Blätter rascheln, auf See zeigen sich kleine Wellen.

3 Beaufort – schwache Brise

Blätter und dünne Zweige bewegen sich, Wimpel werden gestreckt.

4 Beaufort – mäßige Brise

Zweige bewegen sich, loses Papier wird vom Boden gehoben.

5 Beaufort – frische Brise

Größere Zweige und Bäume bewegen sich,  der Wind deutlich hörbar.

6 Beaufort – starker Wind

Dicke Äste bewegen sich, hörbares Pfeifen an Drahtseilen.

7 Beaufort – steifer Wind

Bäume schwanken beim beim Gehen merkt man den Widerstand gegen den Wind.

8 Beaufort – stürmischer Wind

Schon bei Windstärke 8 kann es im Wald gefährlich werden: Zweige brechen von Bäumen, große Bäume durchgeschüttelt. Auf See kommt es zu hohen Wellenbergen.

9 Beaufort – Sturm

Äste brechen und es entstehen oft kleinere Schäden an Häusern: Ziegel und Rauchhauben werden von Dächern gehoben, Gartenmöbel werden umgeworfen und verweht. Windstärke 9 macht sich auf See mit hohen Wellen und Gischt bemerkbar.

10 Beaufort – schwerer Sturm

Schon ein schwerer Sturm von Stärke 10 kann hohe Schäden verursachen: Bäume werden entwurzelt, Baumstämme brechen. An Häusern können größere Schäden entstehen. Was nicht fest ist, kann vom Sturm erfasst werden: Häufig werden Gartenmöbel weggeweht. Auf See kommt es zu Brechern.

11 Beaufort – orkanartiger Sturm

Heftige Böen können  schwere Sturmschäden verursachen. In Wäldern können Bäume gefällt werden. In schlimmen Fällen werden Dächer abgedeckt und selbst dicke Mauern werden beschädigt. Vorsicht auch im Straßenverkehr: Autos werden aus der Spur geworfen -  Gehen wird nahezu unmöglich gemacht. Stärke 11 kommt fast nur an den Küsten und auf See vor, selten im Landesinneren. Sehr hohe Wellen erschweren die Seefahrt.

12 Beaufort – Orkan

An Land können durch Orkane schwerste Sturmschäden und Verwüstungen entstehen. Sie  sind  aber sehr selten im Landesinneren. Stärke 12 sorgt auf dem Meer für außergewöhnlich schwere See - die Sicht ist durch Gischt nahezu unmöglich.

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