Sturm-Warnung : Orkan über Stormarn: Zwei Verletzte bei Autounfall

Zerstörte Fahrerkabine: Beide Insassen sind durch den herabstürzenden Baum verletzt worden.
Zerstörte Fahrerkabine: Beide Insassen sind durch den herabstürzenden Baum verletzt worden.

Bei Trittau fiel ein Baum auf einen Kleintransporter. Die Orkanböen sorgen in ganz SH für Verkehrsbehinderungen.

shz.de von
09. Januar 2015, 11:01 Uhr

Ein kräftige Sturmböe hat am Freitagmorgen auf der B 404 einen dicken Baum direkt auf die Fahrerkabine eines gerade vorbeifahrenden Kleintransporters gedrückt. Der Fahrer wurde lebensgefährlich und der Beifahrer schwer verletzt. Nach einer Erstversorgung durch den Rettungsdienst und einen Notarzt wurden die beiden Männer ins Krankenhaus gebracht.

Feuerwehrleute aus Trittau räumten den Baum vom Auto und zerlegten ihn danach mit einer Motorsäge, sagte Einsatzleiter Fabian Woggan am Unfallort. Während der Rettungs- und Bergungsarbeiten sperrte die Polizei die Bundestrasse 404 zwischen den beiden Abfahrten Trittau Nord und Trittau Süd in beiden Fahrtrichtungen voll. Es kam zu einem langen Stau.
 

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete am Freitagmorgen von schweren Sturmböen auf Amrum, Sylt und Helgoland. Am Mittag werde der Sturm mit den Tiefausläufern aus dem Nordwesten noch weiter zulegen. An der Küste würden orkanartige Böen um 115 Stundenkilometer erwartet. Auch im Binnenland Schleswig-Holsteins müsse sich die Bevölkerung auf Stürme einstellen.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie gab am Morgen eine Sturmflutwarnung für die Nordseeküste heraus. Am Freitag werde das Nachmittag-Hochwasser beziehungsweise das Abend-Hochwasser an der nordfriesischen Küste etwa 1,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser eintreten. Die Sturmflutwarnung sei voraussichtlich gültig bis 19 Uhr.

In Hamburg könnte der Höhepunkt am Sonntagmorgen mit einem Wasserstand von bis zu 2,50 Meter über dem Mittleren Hochwasser erreicht werden.

Für Samstag prognostizierte der DWD in ganz Norddeutschland orkanartige Böen, an den Küsten auch Orkanböen. Erste Schäden im Norden waren Polizei und Feuerwehr am Freitagmorgen noch nicht bekannt.

Noch bis Sonntag können schwere Orkanböen auf SH treffen. Die aktuelle Unwetterwarnung des DWD gilt für die Insel Helgoland, die Kreise Nordfriesland, Dithmarschen, Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Pinneberg sowie die Stadt Flensburg.

In Flensburg sagte die Stadtverwaltung den am Samstag geplanten Wochenmarkt aufgrund der Wetterlage ab.
 

Fällt die Schule aus?

Am Freitag fällt der Unterricht an der James-Krüss Schule auf Helgoland aus.

Laut Bildungsministerium gibt es derzeit keinen Grund für einen landesweiten Schulausfall am Freitag. „Allgemein gilt, dass Eltern bei witterungsbedingten Verkehrsbehinderungen oder einer besonderen Gefährdung auf dem Schulweg selbst entscheiden können, ob sie ihr Kind zur Schule schicken oder es vorzeitig vom Unterricht abholen“, heißt es. Aktuelle Informationen gibt es unter der Hotline 0800-1827271.

Wo kann es zu Straßen- oder Brückensperrungen kommen?

Die Rader Hochbrücke ist seit Freitagvormittag in beiden Richtungen für leere Lkw, Lkw über 7,5 Tonnen und Pkw mit Anhänger gesperrt.

Auch die Fehmarnsundbrücke wurde am Mittag wegen eines Hagelgewitterschauers mit Orkanböen zunächst komplett, dann teilweise geperrt.

Die Störbrücke der A23 bei Itzehoe wurde ebenfalls wegen des Sturms gesperrt - voraussichtlich den ganzen Tag.

Autofahrer müssen bei schweren Stürmen mit umgestürzten Bäumen rechnen, vor allem Alleen sind gefährdet.

Gibt es Behinderungen bei der Bahn? Fährt der Syltshuttle?

Der Syltshuttle wird von 11.30 Uhr bis voraussichtlich 14 Uhr komplett eingestellt.

Folgende Strecken der Deutschen Bahn sind gesperrt:

Lübeck - Puttgarden

Kiel - Lübeck

Hamburg - Neumünster

Lübeck - Lübeck-Travemünde

Kiel - Flensburg

Kiel - Rendsburg.

Wegen umgestürzter Bäume zwischen Eckernförde und Sörup ist die Strecke gesperrt. Es werden Busse eingesetzt.

Auf folgenden Strecken fahren die Züge als Vorsichtsmaßnahme mit 40 Kilometern pro Stunde:

Jübek-Husum

Kiel-Eckernförde

Sörup-Flensburg

Lübeck-Puttgarden

Die Nordbahn hat auf allen Linien den Betrieb wieder aufgenommen:

RB 82 (Bad Oldesloe – Bad Segeberg – Neumünster)

RB 63 (Neumünster – Heide – Büsum)

RB 61 (Itzehoe – Hamburg Hauptbahnhof

RB 71 (Itzehoe/Wrist – Hamburg-Altona)

Fahren die Fähren zu den Inseln und Halligen?

Wegen des gemeldeten Sturmtiefs und Hochwasserstandes fallen die Verbindungen von und zu den Halligen Hooge und Langeneß von Freitag bis Sonntag aus. Bei den Inselverbindungen der WDR (Föhr, Amrum) kann es zu Änderungen im Fahrplan kommen.

Die Reederei Cassen Eilts meldet keine Fahrplanänderungen für die Fähren nach Helgoland und Neuwerk. Info unter 0472135082. Auch die Syltfähre plant keine Abweichungen vom Fahrplan. Info: 0461-864601.

Fahren die Fähren auf dem NOK?

Im Moment gibt es keine Einschränkungen. Ohnehin sind Einschränkungen im Fährverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal infolge Hochwassers (außergewöhnlich viel Wind und Regen gleichzeitig) kommen nur sehr selten vor. Der reguläre, normale Kanalwasserstand liegt bei etwa 4,8 Meter am Pegel. Ab einem Kanalwasserstand von ca. 5,30 m am Pegel können nur noch Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht transportiert werden, ab ca. 5,40 m am Pegel muss der Fährbetrieb für Kraftfahrzeuge ganz eingestellt werden. Die Fähren können dann ihre Anleger nicht mehr erreichen. In diesen - sehr seltenen - Fällen wird dann ein Notanleger angefahren. Über diesen Notanleger können jedoch nur Fußgänger und Radfahrer die Fähre nutzen. Da Wasserstände im Kanal je nach Wetterlage (Wind, Regen) schwanken, ist erfahrungsgemäß die Fährstelle Breiholz häufig die erste und die Fährstelle Nobiskrug die letzte Fähre, die von hochwasserbedingten Einschränkungen betroffen ist.

Was ist mit der Elbfähre in Glückstadt?

Am Fähranleger Glückstadt-Wischhafen nach Hemmor ist die Fähre in beiden Richtungen außer Betrieb, die Situation dauert voraussichtlich noch den ganzen Tag lang an.

 
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