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Bei Geesthacht : Öl-Alarm auf Elbe: Binnenschiffer löst Großeinsatz aus

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Die Elbe war bei Geesthacht mit Öl verunreinigt. Die Schifffahrt musste stundenlang eingestellt werden.

Geesthacht/Hamburg | Ein Binnenschiffer hat in der Nacht zum Donnerstag wahrscheinlich sogenanntes Bilgenwasser, das mit Öl verunreinigt war, illegal aus dem Rumpf seines Frachters im Unteren Schleusenkanal abgelassen – und damit einen Großeinsatz von Feuerwehren und Technischem Hilfswerk (THW) ausgelöst. Die Schifffahrt auf der Elbe zwischen Hamburg und oberhalb von Geesthacht musste über Stunden eingestellt werden. Zwölf Stunden dauerte der Einsatz bei Geesthacht im Kampf gegen die Umweltverschmutzung.

Die Wasserschutzpolizei vergleicht jetzt Proben des Elbwassers mit an Bord von sechs unter Verdacht stehenden Schiffen entnommenen Proben, um den Verursacher überführen zu können.

Gegen 21.30 Uhr hatte die Besatzung eines Binnenschiffes die Schleuse über die Verunreinigung des Elbwassers informiert. Der Schleusenwärter gab die Information an die Wasserschutzpolizei und die Feuerwehr weiter. „Wir haben die Situation erkundet und die Wasserbehörde des Kreises hinzugezogen, um das Vorgehen abzusprechen“, erklärte Peter Kunze, der Sprecher der Feuerwehr Geesthacht. Und weiter: „Ein Beamter der Wasserschutzpolizei sagte uns, dass er so eine starke Verunreinigung der Elbe schon seit Jahren nicht mehr erlebt hätte.“ Auf einer Fläche von knapp 15.000 Quadratmetern trieb das Öl auf der Wasseroberfläche.

Weil die Gezeiten den Einsatzkräften in die Hände spielten, wurde schließlich Großalarm ausgelöst. Feuerwehrleute aus Geesthacht und Lauenburg zogen gegen Mitternacht in Höhe der Vierlander Straße eine Ölsperre quer über den Unteren Schleusenkanal. „Wir hatten zunächst den Höchststand der Flut erreicht, so dass das Öl nicht elbabwärts getrieben wurde“, erklärte Hanke Lüdemann von der Wasserbehörde des Kreises. Er entschied deshalb, die Ölsperre aufzubauen, um bei einsetzender Ebbe das Öl auffangen zu können. Lüdemann: „Das ist uns auch bis 6 Uhr am Donnerstagmorgen sehr gut gelungen. Als dann aber wieder auflaufendes Wasser einsetze, mussten wir das verbliebene Öl zusammenziehen.“

Helfer des THW aus Ratzeburg nahmen von der Wasseroberfläche mit einer Spezialpumpe etwa 6000 Liter Öl-Wasser-Gemisch auf. Die Flüssigkeit muss entsorgt werden. „Einen kleinen Rest wird die Natur verkraften müssen“, sagte Lüdemann.

Sollte die Wasserschutzpolizei den Verursacher überführen können, wird er die Einsatzkosten tragen müssen. Lüdemann: „Da kommen einige Tausend Euro zusammen, schließlich zog sich der Einsatz lange hin.“ Außerdem bedeutet die Einstellung der Schifffahrt hohe Einbußen für die Reeder.

Erst gegen 10 Uhr am Donnerstag waren die Aufräumarbeiten beendet. Der Bauhof musste die Ölsperren zur Reinigung und Entsorgung abholen.

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erstellt am 05.Nov.2015 | 07:31 Uhr

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