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Paul Panzer im Interview : "Nordlichter haben ein Gefühl für Anspruch"

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"Hart Backbord - noch ist die Welt zu retten", heißt das neue Programm von Comedy-Star Paul Panzer. Im Interview verrät er, wie das funktionieren soll.

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2011 | 08:15 Uhr

Paul, in deinem neuen Programm beschäftigst du dich mit ernsten Themen wie Umweltverschmutzung und der globalen Erwärmung. Wird Paul Panzer jetzt seriös?
Eigentlich nicht. Der Untertitel des neuen Programms lautet "Noch ist die Welt zu retten" - und viele denken nun "Junge, bist du noch zu retten, was willst du von mir?" Ich mache jetzt auch nicht auf Kabarett. Aber selbst Paul ist aufgefallen, dass sich ein paar Dinge in der Welt ändern - und darüber zu sprechen kann ja nicht schaden. Aber es bleibt natürlich trotzdem Comedy und es bleibt Paul Panzer.
Wie ist denn deiner Meinung nach die Welt zu retten?
In erster Linie geht es glaube ich um das Bewusstsein. Darum, dass man Dinge erkennt und sich überlegt, was man anders machen könnte. Das heißt ja nicht, dass man es dann auch direkt anders machen muss. Ich habe letzte Woche auch noch alte Reifen im Garten verbrannt.
In deinem vorigen Programm hast du dich mit dem Thema Freizeit beschäftigt, nun hast du die Weltrettung im Fokus. Ein gewaltiger Sprung - war zu viel Freizeit auf Dauer dann doch zu wenig Herausforderung?
Nein. Aber ich versuche schon, Themen auszuwählen, in denen die Menschen sich wieder erkennen können. Beim letzten Mal war es Freizeit, vielleicht aus einer persönlichen Situation heraus. Ich hatte Sommerpause und war gezwungen, sehr viel zu Hause zu sein. Als ich das jetzige Programm geschrieben habe, war ich in einer Phase, in der ich mich ein wenig umgeguckt habe. Ich habe viele Dokumentationen gesehen und habe mich damit befasst, was in der Welt eigentlich so alles los ist. Dadurch bin ich geprägt worden - und das hat auch das neue Programm geprägt.
Wie lange schreibst du an einem Programm?
Die Sommerpause ist in der Regel ein gutes Zeitfenster. Da habe ich drei Monate, die ich auch wirklich brauche. Zu Beginn sitze ich jedes Mal am Schreibtisch und mir fällt gar nichts ein. Erst wenn man anfängt, so richtig zu vergammeln, wird man kreativ.
2009 hast du in Kiel die Preview von "Endlich Freizeit" präsentiert. Mit dieser Show warst du rund zwei Jahre in Deutschland unterwegs. Wie stark verändert sich ein Programm im Laufe der Zeit noch?
Im Prinzip ständig und von Abend zu Abend. Ich probiere immer wieder aus und schaue, wie und worauf die Leute reagieren. Manche Passagen fliegen dann rigoros wieder heraus.
Gibt es in Bezug auf das Publikum regionale Unterschiede?
Ja, manchmal schon. Wenn ich über die Verschmutzung der Meere spreche, sind die Menschen im Norden natürlich näher dran als die Jungs in Bayern. Wenn ich dagegen über Alpenwanderungen rede, ist es genau anders herum. Wichtig ist aber einfach, dass man eine universale Sprache hat, die jeder versteht. Selbst die Norddeutschen wissen ja, was ein Berg ist - selbst wenn ihr hier keinen richtigen habt (lacht). Ich freue mich jedes Mal auf den Norden. Die Nordlichter haben ein gutes Gefühl für Anspruch. Sie lachen total gerne und machen auch gerne Quatsch, aber sie wollen nicht für dumm verkauft werden. Das gefällt mir sehr.
Hast du schon einmal Urlaub in Schleswig-Holstein gemacht?
Ja, ich bin in Schönhagen gewesen, zusammen mit Frau und Kind. Ich mag Schleswig-Holstein. Hier kann man Auto fahren, ohne dass einem schlecht wird, weil es ständig rauf und runter geht. Ihr habt sehr schönes, plattes Land.
Wie hält Paul Panzer es denn mit Wassersport?
Auch hier gilt wie bei allen Sportarten: Gucken ja - aber das blaue Band werde ich mir wohl nicht mehr verdienen.

Paul Panzer live im Norden
24. Februar 2012: Hamburg, CCH
26. Februar 2012: Flensburg, Deutsches Haus
1. November 2012: Lübeck, Musik- und Kongresshalle

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