Synode : "Nordkirche bringt spürbaren Gewinn für alle"

Bischof Ulrich sagte bei der verfassungsgebenden Synode, das Zusammenwachsen der Landeskirche wird Jahrzehnte dauern.

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21. Oktober 2011, 08:00 Uhr

Heringsdorf | Der Kaisersaal im Heringsdorfer Maritim-Hotel liegt direkt am Strand. Kronleuchter und schwere Vorhänge prägen den Raum. Doch wo sonst Kurkonzerte und Theateraufführungen stattfinden, wurde gestern schwer gearbeitet: Der Festsaal bildete die Bühne für die zweite Tagung der verfassungsgebenden Synode der geplanten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.
Ganz im Osten des aus den Landeskirchen Mecklenburgs, Pommerns und Nordelbiens entstehenden Kirchengebildes wollen die 266 Kirchenparlamentarier noch bis zum Sonntag in zweiter Lesung über die Kirchenverfassung der neuen Kirche beraten. Endgültig soll das kirchliche Grundgesetz dann Anfang Januar 2012 in Rostock-Warnemünde beschlossen werden, damit die dann 2,3 Millionen Gemeindeglieder in vier Bundesländern zählende Nordkirche an Pfingsten 2012 ihre Arbeit aufnehmen kann.
"Grundhaltung der wertschätzenden Wahrnehmung"
Das praktische Zusammenwachsen der künftig fünftgrößten deutschen Landeskirche werde dennoch "Jahrzehnte dauern", sagte der Vorsitzende der Gemeinsamen Kirchenleitung der drei an der Fusion beteiligten Landeskirchen, Schleswigs Bischof Gerhard Ulrich, vor der Synode. "Die wesentlichen Etappen liegen noch vor uns." Dies gelte etwa für ein gemeinsames Arbeitsrecht oder eine einheitliche Besoldung in Ost und West. Ulrich würdigte jedoch eine "Grundhaltung der wertschätzenden Wahrnehmung", die sich während der Verhandlungen in den Gremien der neuen Kirche ausgebreitet habe. Weiter machte Ulrich deutlich, dass die neue Nordkirche offenbar einer entspannten Finanzlage entgegenblicken kann. "Alle beteiligten Ebenen werden durch die Fusion einen spürbaren Gewinn verzeichnen können", so Ulrich.
Auch der Haushalt trage dazu bei, dass die neue Kirche eine zukunftsfeste Struktur haben werde. "Die Summen sind für alle auskömmlich und nach meiner Überzeugung inklusive der Höhe der geplanten Rücklagen solide." Gestiegene Kirchensteuereinnahmen in Mecklenburg-Vorpommern hätten dazu geführt, dass die Kirchenkreise der früheren Nordelbischen Evangelischen Kirche (NEK) nur vier Prozent ihres Haushalts im Rahmen eines Finanzausgleichs in die Gesamtkirche abtreten müssten. Ferner hätten sich die drei Kirchenleitungen auf einen 1,5 Millionen Euro umfassenden Strukturfonds geeinigt, der die Verlagerung von Aufgaben der bisherigen Landeskirchen in Mecklenburg-Vorpommern auf die künftige Kirchenkreise abfedern soll.

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