Traditionsveranstaltung : Nordfriesen bereiten Biikebrennen vor

Eine Frau mit einer Fackel nimmt auf der Nordseeinsel Amrum am traditionellen Biikebrennen teil (Archivfoto dpa, 2006).
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Eine Frau mit einer Fackel nimmt auf der Nordseeinsel Amrum am traditionellen Biikebrennen teil (Archivfoto dpa, 2006).

Viele Orte an der nordfriesischen Nordseeküste bereiten sich auf das traditionelle Biikebrennen am 21. Februar vor. Von Husum bis Hörnum sollen in der Abenddämmerung mehr als 80 Feuerhaufen brennen.

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18. Februar 2008, 07:12 Uhr

Seit Jahren nimmt das Interesse zu. Allein auf Sylt erwarten die Veranstalter mehr als 10 000 Teilnehmer. Vielerorts, wie zum Beispiel in Norddorf auf Amrum, treffen sich die Menschen bereits am Nachmittag, um Reden zu hören und in einem Fackelzug zum Platz der Biike zu ziehen. Weitere Feuer gibt es auf den Halligen, Föhr, Pellworm, Nordstrand und in vielen Orten des Festlandes. Inzwischen organisieren Gemeinden im ganzen Land und selbst an der Ostseeküste Biikefeuer.

Das Entzünden von Feuern ist eine heidnische Tradition. Der Begriff Biike entstammt dem Sylter Friesisch und bedeutet Feuerzeichen. Mit dem Opferfest der Biike wurden die Winterfeierlichkeiten beendet und der Frühlings-Gerichtstag eröffnet. Dort wurden Streitigkeiten geklärt und Verträge geschlossen, auch die Heuerverträge der Seeleute.
Im 17. und 18. Jahrhundert brachen viele Männer von den Halligen und Inseln im zeitigen Frühjahr zum gefahrvollen Walfang auf. Die Biike war somit das letzte Fest im Kreise der Familie vor einer monatelangen Reise, von der viele Seeleute nicht zurückkehrten. Wo auf die Spitze des Holzstapels eine Strohpuppe gesteckt wird, wollen die Menschen damit symbolisch das Böse verbrennen. Nach der Christianisierung Nordfrieslands hatte die Kirche den Brauch zunächst lange geduldet und dann erfolglos als "Abgötterei" zu unterbinden versucht.

Wenn die Feuer am Abend langsam herunterbrennen, kehren traditionsbewusste Teilnehmer in Lokale ein, um Grünkohl zu essen. Zuvor schwärzen Kinder den Erwachsenen mit Ruß die Gesichter.

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