IG Metall : Nobiskrug will insolvente Lindenau-Werft übernehmen

Die Lindenau-Werft hielt sich unter anderem mit Reparaturen über Wasser. Foto: Schulze
Die Lindenau-Werft hielt sich unter anderem mit Reparaturen über Wasser. Foto: Schulze

Hoffnung für die Kieler Lindenau Werft: Die Rendsburger Nobiskrug Werft will das Unternehmen übernehmen, das 2008 Insolvenz anmelden musste. 30 Arbeitsplätze wären dann gerettet.

shz.de von
26. Oktober 2012, 10:28 Uhr

Kiel | Die Rendsburger Nobiskrug Werft will nach Angaben der IG Metall die insolvente Lindenau Werft in Kiel übernehmen. Die Nobiskrug-Geschäftsführung habe dem Insolvenzverwalter ein Angebot gemacht, sagte Peter Seeger, Geschäftsführer der IG Metall Kiel, am Mittwoch. "Jetzt kommt es nur noch darauf an, dass sich der Insolvenzverwalter und Nobiskrug über die Kaufsumme einigen", sagte Seeger. Ihm habe die Geschäftsführung signalisiert, die Lindenau erhalten und in sie investieren zu wollen. Nobiskrug sehe Chancen insbesondere bei Schiffsreparaturen.
Der Insolvenzverwalter der Lindenau Werft, Jan Wilhelm, und die Geschäftsführung von Nobiskrug waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die Lindenau Werft hat vor vier Jahren Insolvenz angemeldet. Von den knapp 400 Arbeitsplätzen sind nur noch 30 bis heute geblieben.
Neuer Werftenverbund in der Region
Hinter der auf Yachten spezialisierten Nobiskrug-Werft steht die Werftengruppe Abu Dhabi Mar (ADM), die in Kiel bereits die zivile Sparte von HDW übernommen hat und dort 250 Mitarbeiter beschäftigt. Durch eine Übernahme von Lindenau entstünde ein neuer Werftenverbund in der Region. Einem Medienbericht zufolge soll eine Frankfurter Anwaltskanzlei Verhandlungen mit Insolvenzverwalter Jan Wilhelm führen.
Die Lindenau Werft war bis zur Insolvenz vor allem auf den Bau von Doppelhüllen-Tankern spezialisiert. Dann hielt sich das Unternehmen vorrangig mit dem Bau kleinerer Schiffe, Reparaturen, Instandhaltung und dem Bau größerer Stahlteile etwa für Biogasanlagen über Wasser. Anfang 2012 musste das Unternehmen einen Rückschlag hinnehmen: Ein Millionenauftrag für die Reparatur des Marine-Segelschulschiffes "Gorch Fock" ging an die Konkurrenz, die Elsflether Werft an der Weser.

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