Westerland : NOB räumt Sylt-Zug wegen Überfüllung

Ein Ersatzzug brachte die rund 2000 Fahrgäste am Sonntag aufs Festland. Foto: Archivbild, dpa
Ein Ersatzzug brachte die rund 2000 Fahrgäste am Sonntag aufs Festland. Foto: Archivbild, dpa

Sylt in vollen Zügen: Mit Unterstützung der Polizei hat die Nord-Ostsee-Bahn am Sonntag einen Zug von Westerland nach Hamburg wegen Überfüllung räumen lassen.

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05. Oktober 2011, 09:06 Uhr

Chaos am Westerländer Bahnhof. Wer Sylt einmal in vollen Zügen genießen wollte, hatte dazu am Sonntag reichlich Gelegenheit. Nach dem Ende des Windsurf World Cups strömten etwa 2000 Fahrgäste aufs Bahngleis 2 In freudiger Erwartung der Verbindung 18.22 Uhr.
Schon beim Einstieg in den verspäteten Zug, der im Normalfall 1000 Menschen befördern kann, kam es zu tumultartigen Szenen: panische Gesichter, stoßende Ellenbogen, weinende Kinder, pöbelnde Erwachsene. Es ging beileibe nicht um einen Sitzplatz, sondern nur darum, überhaupt mitzukommen, und das möglichst ohne Blessuren. Aufgrund des Lokführerstreiks sollte der nächste Zug gemäß Basisfahrplan erst zwei Stunden später die Insel verlassen.
Rund 2000 Fahrgäste betroffen
Alle eingesetzten Waggons waren schnell bis zum Bersten gefüllt. Doch immer wieder drängten Passagiere nach. In einem Waggon, in dem auch die frisch gekürte Windsurf-Weltmeisterin Daida Moreno (Spanien) saß, versuchten Mitglieder ihrer Crew, mit beiden Beinen vom Bahnsteig aus ihr Equipment durch die Türen zu pressen. Als diese sich trotz mehrfacher Ermahnung nicht schließen ließen, veranlasste die NOB mit Unterstützung der Polizei die Räumung wegen Überfüllung. "Betroffen waren rund 2000 Fahrgäste", sagte NOB-Sprecherin Christiane Lage. Alle Fahrgäste mussten unter lautstarken Unmutsbekundungen in einen gegenüber wartenden Zug umsteigen, der über zwei Waggons mehr verfügte. Bis maximal zehn seien wegen der Bahnsteiglänge auf der Strecke möglich, sagte Lage.
Beide Züge setzten sich schließlich um 19.19 Uhr Richtung Hamburg in Bewegung. Die Sprecherin bedauerte die Unannehmlichkeiten für die Reisenden.

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