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Geesthacht : Neunjähriger spielt mit gefundener Handgranate – Großeinsatz

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Ein Junge aus Geesthacht findet eine Handgranate aus dem Ersten Weltkrieg. Seine Wohngegend wird evakuiert.

Geesthacht | Riesiger Schreck am Dienstagnachmittag für Bianca Albers aus Geesthacht: Ihr Sohn Simon (9) brachte vom Spielen auf der Wiese am Borgfelder Stieg eine Handgranate mit nach Hause. Großeinsatz für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Der Bereich wurde abgesperrt, mehrere Wohnblocks evakuiert. Sprengmeister Peter Bodes, der Leiter des Kampfmittelräumdienstes der Hamburger Feuerwehr, der in Geesthacht wohnt, nahm sich des Sprengsatzes schließlich an, so dass die Sperrungen nach etwa zwei Stunden wieder aufgehoben werden konnten.

Simon hatte mit seinem Kumpel Chris am Nachmittag - wie so oft - draußen auf der Wiese gegenüber des Mehrfamilienhauses am Borgfelder Stieg gespielt. An einem Baum neben dem Heizwerk fanden sie dann die Granate. „Ich habe die Jungs schon aus dem Küchenfenster gesehen und mich gefragt, was sie da Komisches haben“, erklärte Bianca Albers. Ihr Sohn legte das Fundstück auf den Wohnzimmertisch, sie erkannte die Handgranate und ließ den Neunjährigen das gefährliche Teil wieder nach draußen bringen. Die Mutter rief gegen 14 Uhr die Polizei.

Die Handgranate stammt noch aus dem Ersten Weltkrieg.

Die Handgranate stammt noch aus dem Ersten Weltkrieg.

Foto: Jann
 

Die Beamten deckten die Granate notdürftig mit Sand ab, sperrten den Gefahrenbereich, forderten Verstärkung für die Evakuierung und den Kampfmittelräumdienst an. Etwa 50 Menschen, darunter zahlreiche Kinder, kamen im Elim-Gemeindezentrum am Barmbeker Ring unter und wurden dort mit Getränken versorgt.

Gegen 15.30 Uhr traf Peter Bodes an der Einsatzstelle ein und verschaffte sich einen Überblick. „Es ist eine Handgranate aus dem Ersten Weltkrieg. Gefährlich, weil noch Schwarzpulver drin ist, aber transportfähig. Solange man da nicht mit brachialer Gewalt rangeht dürfte nichts passieren“, beurteilte er die Situation. In seinem mit speziellen Transportkisten ausgestatteten Einsatzfahrzeug konnte er die Handgranate schließlich sicher verstauen.

Woher die Handgranate aus deutscher Produktion stammt, ist unklar. „Da kann man nur mutmaßen“, sagte Bodes. Möglich, dass sie bei Tiefbauarbeiten für neue Versorgungsleitungen unbemerkt freigelegt und jetzt aus loser Erde ausgespült wurde. Heute will der zuständige Kampfmittelräumdienst aus Groß Nordsee (bei Kiel) den Fundort mit Sonden noch einmal untersuchen. „Ich wusste ja nicht, was wir da gefunden haben“, staunte Simon über den Großeinsatz, den er ausgelöst hatte.

 

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erstellt am 15.Dez.2015 | 17:31 Uhr

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