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Universität Kiel : Neue Planktonart in der Kieler Förde entdeckt

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Forscher aus Kiel, Odense und London wollen die neue Planktonart besser kennen lernen. Die Zellen erinnern die Wissenschaftler an den Papst.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2014 | 13:52 Uhr

Kiel | Wissenschaftler haben in der Kieler Förde eine neue einzellige Planktonart entdeckt, die manchen Forscher an das Scheitelkäppchen des Papstes erinnert. Der winzige Fördebewohner sei nur wenige hundertstel Millimeter groß und werde zum Nannoplankton gezählt, sagte Sebastian Meier von der Universität Kiel, der gemeinsam mit Kollegen aus Odense und London die neue Art entdeckt hatte.

Die Planktonzellen sind mit winzigen Kalkplättchen bedeckt, die an den sogenannten Pileolus erinnern. Die Wissenschaftler tauften die neue Art daher „Pileolosphaera longistirpes“, was so viel bedeutet wie „kugelige Zelle aus päpstlichen Scheitelkappen mit langen Stängeln“. Die Forscher hatten zahlreiche Proben aus der Ostsee gezielt am Rasterelektronenmikroskop untersucht. „In der Kieler Förde herrscht eine ungeahnte Formenvielfalt von kalkigem Nannoplankton vor“, sagt Meier, der das Labor für Rasterelektronenmikroskopie am Kieler Institut für Geowissenschaften leitet.

Nun wollen die Wissenschaftler den bisher unbekannten Organismus besser kennen lernen: Stammesgeschichtliche Entwicklung, Ökologie, Evolution und Anpassung an die besonderen Umweltbedingungen in der Kieler Förde gilt es dabei aufzuklären.

Die Erforschung des Nannoplanktons hat in Kiel eine lange Tradition und geht auf Hans Lohmann zurück, teilt die Universität mit. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts studierte er die Wasserlebewesen und beschrieb einzelne Kalkalgen. Vertreter des kalkigen Nannoplanktons sind seit der oberen Trias - etwa 220 Millionen Jahre vor unserer Zeit - bekannt und spielen für die Deutung der jüngeren Klimageschichte eine große Rolle.

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