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Vertrag unterzeichnet : Neue Helgoland-Fähre wird gebaut

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Im Winter gelangt man derzeit nur per Flugzeug auf Deutschlands einzige Hochseeinsel. Ab 2015 ist das auch „mit Kreuzfahrtfeeling“ möglich. Ein neues Fährschiff soll die Verbindung auch über den Seeweg das ganze Jahr ermöglichen.

Zwischen Cuxhaven und Deutschlands einziger Hochseeinsel Helgoland wird von 2015 an ganzjährig ein neues Schiff fahren. Der Auftraggeber AG Ems aus Emden und die Fassmer Werft unterzeichneten am Dienstag in Berne (Landkreis Wesermarsch) den Vertrag zum Bau des rund 30 Millionen Euro teuren und 80 Meter langen Schiffes.

Als erstes kombiniertes Passagier- und Frachtschiff in Deutschland wird der Neubau mit Flüssiggas (LNG) betrieben. Für die rund 1000 Fahrgäste gibt es Restaurants, Salons und ein Atrium. „Das ist Kreuzfahrtfeeling“, sagte AG Ems-Vorstand Bernhard Brons zu dem im Inselverkehr bisher nicht gekannten Komfort. Der Neubau kann auch Fracht an Bord nehmen. Bis zu zehn Zehn-Fuß-Container sowie Kühlcontainer können geladen werden. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 Knoten ist das Schiff deutlich schneller als die bisherigen.

„Touristisch ist das ein Meilenstein für uns“, sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer. Bis 2008 war die Zahl der Touristen auf der Felseninsel stetigen gesunken. Mehrere Schiffsverbindungen zum Festland wurden eingestellt.

Besonders im Winter ist Helgoland wegen schlechten Wetters manchmal tagelang nicht per Schiff zu erreichen. Der Neubau, der unter der Flagge der AG Ems-Tochterreederei Cassen Eils fahren soll, verfügt über eine Stabilisierungsanlage und damit gute Fahreigenschaften auch bei Seegang. Wichtig ist eine verlässliche Schiffsverbindung auch für Unternehmen der Offshore-Windenergie, die auf Helgoland einen Stützpunkt eingerichtet haben.

Ausgangspunkt für den Vertragsabschluss war eine Ausschreibung bis zum Jahr 2030. Dass zwei Unternehmen aus der Region jetzt gemeinsam das Projekt umsetzen, freute besonders den Staatssekretär aus dem Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU). Das habe Vorbildcharakter und erfülle mit dem umweltfreundlichen LNG-Antrieb die Ziele der Meeresstrategie der Bundesregierung.

Die AG Ems-Gruppe beschäftigt rund 400 Mitarbeiter und betreibt unter anderem die Fährlinie von Emden nach Borkum. Die seit 2010 zur Gruppe gehörende Reederei Cassen Eils unterhält mehrere Schiffsverbindungen nach Helgoland. Die Fassmer Werft hat rund 900 Mitarbeiter und fertigt neben Schiffen und Rettungsbooten auch Bauteile aus glasfaserverstärktem Kunststoff.

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erstellt am 15.Okt.2013 | 14:26 Uhr

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