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Tourismusbranche : Neue Ferientermine kosten Millionen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Sommerferien-Termine der Bundesländer ballen sich 2014 stärker denn je. Für Schleswig-Holsteins Tourismusbranche droht es das schwierigste Jahr aller Zeiten zu werden.

shz.de von
erstellt am 04.01.2014 | 09:00 Uhr

Kiel | „So schlimm war es noch nie – das wird dramatische Folgen haben.“ Peter Bartsch, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, spricht aus, was viele in der Tourismusbranche Schleswig-Holsteins denken: Für sie droht 2014, das schwierigste Jahr aller Zeiten zu werden. Die Sommerferientermine der 16 Bundesländer ballen sich diesmal innerhalb von nur 71 Tagen – so wenigen wie noch nie. Der Durchschnitt der Sommerferien-Regelung für die Jahre 2011 bis 2017 liegt bei 82 Tagen.

Bartsch befürchtet Einnahmeverluste von 15 Prozent, weil sich die Nachfrage in dem engen Zeitfenster nicht wird befriedigen lassen – und sich potenzielle Gäste wegen Überfüllung von Schleswig-Holstein abwenden. Für die Randzeiten hingegen werden umso mehr Leerstände erwartet. Catrin Homp, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Schleswig-Holstein, rechnet für jeden Tag, der im Ferienkorridor fehlt, mit Einbußen von 15,6 Millionen Euro. Zugleich stünden den Urlaubern in den heißen 71 Tagen Aufschläge ins Haus: „Manche Anbieter werden versuchen, höhere Preise durchzusetzen.“ Zudem warnt sie ebenso wie Bartsch vor Stau-Chaos bei der An- und Abreise.

Sowohl der Ostsee-Holstein-Tourismus (OHT) als auch die Nordsee-Tourismus-Service-Gesellschaft (NTS) haben erste Hinweise darauf, dass Buchungen für die Hochsaison früher eintreffen als sonst – dass also die Kunden ahnen, dass es knapp wird. Einen Trost sehen beide Regionalverbände in der günstigen Lage vieler Brückentage 2014. „Das könnte die Vorsaison beflügeln“, hofft OHT-Sprecherin Juliane König. Schon von der Zahl der Tage her werde das aber den kürzeren Ferien-Korridor nicht ausgleichen, meinen Homp und Bartsch. Familien mit Kindern würden auch nur begrenzt einen langen Urlaub im Hochsommer gegen ein verlängertes Wochenende zu Ostern tauschen. Homp fordert für die nächste Sommerferienregelung von 2018 bis 2024 einen Korridor von 92 Tagen.

Die Entscheidung darüber will die Kultusministerkonferenz in der zweiten Jahreshälfte fällen. Ihrer Ansicht nach lässt sich der Korridor nicht beliebig verlängern, weil ein Schuljahr in einigermaßen gleiche Lernzeiträume aufgeteilt sein müsse. Schwierig werde dies vor allem, wenn Pfingsten auf einen späten Termin falle. In Ländern mit Pfingstferien müsse dann noch ein Abstand zu den Sommerferien bleiben. Um die touristischen Belange stärker einzubringen, strebt die Landesregierung eine Entscheidung über die nächste Sommerferienregelung eine Ebene höher in der Konferenz der Ministerpräsidenten an. „Der Ministerpräsident, die Bildungsministerin und ich sind uns einig, dass wir eine Regelung in Richtung 90 Tage finden wollen“, sagt Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). „Für diese Linie suchen wir jetzt Verbündete im Länderkonzert.“

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