"Heiter bis tödlich": Regionale Krimi-Serien : Neue Ermittlungen am Vorabend

NervenkitzelChristian Tramitz (r.) als Franz Hubert und Helmfried von Luettichau alias Johannes Staller: In der ARD-Serie 'Heiter bis toedlich - Hubert und Staller' deckt das Duo in jeder Folge einen Mord auf. Foto: dapd
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NervenkitzelChristian Tramitz (r.) als Franz Hubert und Helmfried von Luettichau alias Johannes Staller: In der ARD-Serie "Heiter bis toedlich - Hubert und Staller" deckt das Duo in jeder Folge einen Mord auf. Foto: dapd

Fünf neue Krimi-Serien startet die ARD am Vorabend kommende Woche. Zwei spielen im Norden: in Hamburg das altbekannte "Großstadtrevier" und in Husum "Nordisch herb".

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23. Oktober 2011, 03:13 Uhr

Vorbild ist das "Großstadtrevier", geheimer Traum der "Tatort": Wie bei den beiden TV-Dauerbrennern soll sich ein in Treue fest verbundenes Publikum zu gewohnter Stunde einstellen, wenn die ARD künftig zur Krimizeit am Vorabend bittet. "Heiter bis tödlich" heißt die Reihe, die montags bis donnerstags jeweils um 18.50 Uhr läuft und dem Sorgenkind Vorabendprogramm aus dem Quotenloch heraushelfen soll.
Das Rezept dafür: Krimi plus Humor, hier Nerven- und dort Lachmuskelkitzel. Und das Ganze - siehe Vorbild "Großstadtrevier" - nicht gar so dramatisch: "Es geht uns um die mehr kleinen Delikte", sagt NDR-Redakteur Bernhard Gleim. Und es geht um die Anbindung an bestimmte Regionen. Heimatluft soll wehen. Das erleichtert auch die spätere Auswertung in den jeweiligen Dritten Programmen der Sendeanstalten.
"Nordisch herb": Kriminelles aus Husum
In diesem Sinn wurden gleich fünf neue Reihen unter dem Sammeltitel "Heiter bis tödlich" entwickelt. "Die größte Baustelle der ARD", sagte Vorabend-Koordinator Frank Beckmann kürzlich beim Hamburger Richtfest des Großprojekts und fügte hinzu, er staune immer noch darüber, "dass wir das in nur einem Jahr hinbekommen haben".
Flaggschiff am Montag bleibt das Hamburger "Großstadtrevier" mit Jan Fedder als Polizist Dirk Matthies. Die bereits 25. Staffel startet - inklusive kleiner Aufmöbelung im Personalbereich - an diesem Montag (24. Oktober). Einen Tag später (Dienstag, 25. Oktober) fällt dann der Startschuss für die erste der neuen Serien: Unter dem Titel "Nordisch herb" geht es noch ein wenig höher in den Norden, nach Husum an die Nordsee. Dort stößt der mehr erdverbundene Nordfriese Jon (Frank Vockroth) auf die quecksilbrige Berlinerin Nora (Loretta Stern) - und dennoch raufen sich beide zu einem Krimi-Team zwischen Deich und Geest, Meer und Schafen zusammen.
"Henker und Richter": Gruseliger Titel und ungewöhnliche Perspektiven
Dann endlich, ab 2. November jeweils mittwochs, ist der Süden fällig, mit den zwei schon vertrauten Typen "Hubert und Staller". Christian Tramitz und Helmfried von Lüttichau, alte Schulfreunde, die sich nach 30 Jahren wiedersahen, hatten die Charaktere für eine Sketch-Reihe entwickelt, in wechselnder Gestalt. Nun sind es eben zwei Polizisten geworden, eher ungemütliche Gestalten. Aber wo sie zuschlagen, wächst so bald kein Verbrechen mehr.
Etwas gepflegter geht es ab 10. November immer donnerstags zu, wenn unter dem eher gruseligen Titel "Henker und Richter" Frau Staatsanwalt Saskia Henker (Rike Schmid) und Richter Klaus Wagenführ (Martin Lindow) in Aktion treten. Eine für herkömmliche Krimis eher ungewohnte Perspektive: Der Fall beginnt erst, wenn die Polizei abgerückt ist und die nächste Instanz heranzieht.
Noch ungewohnter die Konstellation bei "Alles Klara", im Frühjahr 2012 erstmals auf dem Bildschirm zu sehen: Heldin Klara (Wolke Hegenbarth) ist zunächst einmal selbst mordverdächtig, bevor sie Hauptkommissar Paul (Felix Eitner) in seine Dienste nimmt.
ARD will Quoten-Schallmauer durchstoßen
Zwei gute alte Bekannte schließen dann, gleichfalls im Frühjahr, den Krimireigen: Die ARD hat für "Heiter bis tödlich" Franz Xaver Bogners Kultreihe "München 7" übernommen, mit Andreas Giebel und Florian Karlheim als deftigen Mannsbildern und - als Gast - die unvermeidliche Christine Neubauer als ebensolchem Weibsstück.
Hiermit hofft man in der ARD, die Quoten-Schallmauer eines einstelligen Marktanteils am Vorabend zu durchstoßen und endlich in die Zweistelligkeit hineinzurutschen. Wann das wohl sein wird? Frank Beckmann meint tiefgründig: "Sicher eher, als in Hamburg die Elbphilharmonie endlich fertiggestellt sein wird."

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