Ein Wahrzeichen für Hamburg : Neue Elbbrücke bekommt ein Gesicht

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176 Millionen Euro kostet der Bau der Süderelbbrücke. Offen ist noch, wann und ob der Bund zahlt. Einen konkreten Entwurf für das neue Wahrzeichen Hamburgs gibt es schon.

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17. Mai 2013, 11:55 Uhr

Hamburg | Hamburg möchte eine neue Hochbrücke über die Süderelbe bauen - und damit wohl auch ein neues Wahrzeichen. Das Bauwerk solle die "Silhouette Hamburgs sichtbar bereichern", heißt es in der Verkehrsbehörde und bei der Projektgesellschaft Deges, die das Bauwerk planen. Entstehen könnte die 535 Meter lange Schrägseilbrücke im Zuge der von Hamburg seit langem gewünschten Hafenquerspange. Diese soll als Hafenautobahn A 26 die A 7 bei Moorburg mit der A 1 bei Stillhorn verbinden. Ob und wann der Bund die geschätzt mehr als 600 Millionen Euro für das Projekt bereitstellt, ist allerdings offen.
Gestern ist das Großvorhaben immerhin einen Schritt vorangekommen. Die Brücke hat ein Gesicht, nachdem eine Jury den Sieger einer internationalen Ausschreibung gekürt hat. Ohne Gegenstimme fiel die Wahl auf den Entwurf eines deutsch-dänischen Ingenieursgemeinschaft. Die Büros Schlaich Bergermann (Stuttgart), WTM (Hamburg) und D+W (Kopenhagen) haben ihre Planungen dabei eng an das Aussehen der Köhlbrandbrücke angelehnt, die einige hundert Meter weiter nördlich denselben Elbarm überquert.

"Unverwechselbarer Charakter"


Vorgesehen ist eine äußerst schlank gestaltete, so genannte integrale Schrägseilbrücke. Die Spannweite über Wasser beträgt 350 Meter, die lichte Durchfahrthöhe 53 Meter, genauso viel wie bei der Köhlbrandbrücke. Die Pylone des Neubaus werden mit 140 Metern die des berühmten Vorbildes sogar um fünf Meter übertreffen. Diese "wie Masten aufragenden" Stützpfeiler verleihen der Süderelbebrücke laut Jury zusammen mit den mittig angeordneten Seilebenen einen "unverwechselbaren Charakter". Eine zu große Ähnlichkeit zu dem 1974 eingeweihten Hamburger Wahrzeichen sehen die Juroren nicht. Der Siegerentwurf nehme zwar Bezug auf die Köhlbrandbrücke, aber "ohne deren Geometrie zu duplizieren".
Der Neubau soll direkt neben dem im Bau befindlichen Großkraftwerk Moorburg entstehen sowie in unmittelbarer Nähe zur markanten Kattwykbrücke. Die Kosten beziffern die Planer mit 176 Millionen Euro, die Bauzeit soll drei Jahre betragen.
Wann die Bauarbeiter anrücken können, darüber wollte Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) gestern nicht spekulieren. Er verriet immerhin, dass die von Stade kommende A 26 im Jahr 2019 die A 7 bei Moorburg erreichen soll. Erst danach wäre ein Weiterbau als Hafenautobahn samt Süderelbebrücke möglich.
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