Nord-Ostsee-Kanal : Neue Brunsbütteler Schleuse wird noch teurer

Seit dem Totalausfall der zwei großen Schleusenkammern in Brunsbüttel am 6. März 2013 kann der Kanal nur noch von Schiffen bis zu 125 Metern Länge genutzt werden. Foto: dpa
Seit dem Totalausfall der zwei großen Schleusenkammern in Brunsbüttel am 6. März 2013 kann der Kanal nur noch von Schiffen bis zu 125 Metern Länge genutzt werden. Foto: dpa

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Der Bau der fünften Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel wird noch teurer und dauert noch länger als zuletzt geplant.

Avatar_shz von
15. März 2013, 12:33 Uhr

Brunsbüttel | Während Bundesverkehrsminister Peter Ramsauers Staatssekretär Enak Ferlemann vor drei Wochen davon gesprochen hatte, dass die geplante fünfte Brunsbütteler Schleuse statt 300 Millionen Euro voraussichtlich 360 Millionen kosten werde und statt 2018 erst 2020 eröffnet wird, geht Ramsauer (CSU) nun sogar von 375 Millionen Euro und einer Fertigstellung im Jahr 2021 aus. Das geht aus einem Bericht hervor, den Ramsauer dem Haushaltsausschuss des Bundestags vorgelegt hat.

Die erneute Kostensteigerung und Bauverzögerung liegt nach sh:z-Informationen vor allem an den unerwartet aufwändigen Gründungsarbeiten für die neue Schleuse. Weil der Baugrund instabil ist, müssen zunächst 2500 Betonpfähle von 40 Meter Länge in die Erde gerammt werden, auf denen dann die fünfte Schleuse errichtet wird.

"Unter Berücksichtigung der jetzt erkannten technischen Detailprobleme ergibt sich eine Verlängerung der Bauzeit auf sieben Jahre", heißt es in dem Bericht. Bei einem voraussichtlichen Baustart 2014 würden daher "Haushaltsmittel bis zum Jahr 2021 benötigt".

Harsche Kritik an Ramsauer

Das Desaster um die maroden Schleusenanlagen des Nord-Ostsee-Kanals hat zu harscher Kritik an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) geführt. "Wir finden es unglaublich, dass der Minister dem Norden das Signal gibt, dass es ihm offensichtlich egal ist", sagte die ostholsteinische SPD-Abgeordnete Bettina Hagedorn am Mittwoch am Rande einer Sitzung des Haushaltsausschusses.

Der Bayerische Politiker sei mit dem Sanierungsprojekt offenbar überfordert, sagte der Maritime Koordinator der SPD-Bundestagsfraktion, Uwe Beckmeyer. Seit mehr als drei Jahren verschleppe Ramsauer die dringend erforderliche Instandsetzung des Kanals. Unter anderem sei der Bau einer dritten Großschleuse in Brunsbüttel dringend notwendig, um anschließend die Grundsanierung und den Ausbau der beiden vorhandenen altersschwachen Schleusen realisieren zu können.

SPD verlangt Aufklärung

Obwohl der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bereits 2011 dafür 300 Millionen Euro bereitgestellt hatte, sei nicht gebaut worden. "Der Minister muss endlich handeln und dafür sorgen, dass der Nord-Ostsee-Kanal als eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Deutschland und Europa dauerhaft gesichert wird", forderte Beckmeyer.

Gleichzeitig verlange die SPD Aufklärung, wie es zu einer Bauverzögerung von zwei Jahren sowie zu Mehrkosten von 75 Millionen Euro beim Neubau der Brunsbüttler Schleusenkammer kommen kann.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen