Tourismus im Norden boomt : Neue Betten braucht das Land

Schleswig-Holstein ist für Urlauber aus ganz Deutschland ein beliebtes Reiseziel.
Schleswig-Holstein ist für Urlauber aus ganz Deutschland ein beliebtes Reiseziel. Foto: sh:z

Der Norden wird von immer mehr Touristen als Ziel entdeckt. In der Region rund um Flensburg musste Flensburg Fjord Tourismus sogar einen Aufruf starten, um alle Reiselustigen zu versorgen.

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10. August 2011, 12:11 Uhr

Bislang habe man alle Urlauber unterbringen können, doch bald wären Absagen fällig gewesen, "das Anfragevolumen war so hoch", sagte Geschäftsführer Finn Jensen. Die Bitte, freie Zimmer und Ferienwohnungen bei Flensburg Fjord Tourismus zu melden, sei auf große Resonanz gestoßen. 50 Quartiere vom Resort bis zum Privatzimmer seien auf diese Weise dazugekommen - auf 20 hatte Jensen gehofft. Bestehende Hotels sollten ihre Kapazitäten erweitern, wünschte sich Jensen. "Ein paar Betten mehr könnten wir gebrauchen."
Auf der Nordseeinsel Föhr sind es schon mehr als "ein paar Betten", die derzeit am Wyker Südstrand entstehen. Bis zum Frühjahr 2014 soll dort auf 23.000 Quadratmetern ein Ferienresort entstehen, berichtete der Wyker Bürgermeister Heinz Lorenzen. In direkter Küstenlage an der Promenade sollen etwa 145 Zimmer zur Verfügung stehen, zusätzlich seien neun Häuser mit 55 Eigentumswohnungen geplant. "Best Ager und junge Familien" wolle man so als Gäste gewinnen, sagte Lorenzen, "ein etwas zahlungskräftigeres Publikum als bisher". Noch habe man kein derartiges Projekt im Vier-Sterne-Bereich, dies sei aber "dringend notwendig", fand der Bürgermeister.
Großprojekt "Marina Resort" in Heiligenhafen
Derzeit befindet sich auf dem künftigen Resort-Gelände noch das ehemalige Gebäude eines Behindertenheims. Für dieses habe man einen Ersatzstandort gefunden, sagte Lorenzen. Im Oktober soll der marode Bau abgerissen werden. Das Resort sei ein "Leuchtturmprojekt", bei dem erstmals Eigentumswohnungen an den Hotelservice angebunden seien. Die Hälfte der Wohnungen solle über das Hotel als Ferienwohnung vermietet werden. Wellnessbereiche etwa könnten mitgenutzt werden.
Die "Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH" (WTSH) spricht von mehr als 58 Millionen Euro, die in das Projekt fließen sollen. Damit gehört es zu den größeren Hotelprojekten, die die WTSH unterstützt. Ein weiteres Großprojekt ist das "Marina Resort" in Heiligenhafen (Kreis Ostholstein), das die WTSH mit 75 Millionen Euro veranschlagt. Dort sollen 400 Zimmer und Wohneinheiten mit 1000 Betten entstehen.
(dpa, shz)

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