Ferien-Verkehr : Neue Baustellen und lange Staus in SH

Baustellen nerven besonders zur Ferienzeit - wie im Juni auf der A7 am Dreieck Bordesholm. Foto: grafikfoto.de
Baustellen nerven besonders zur Ferienzeit - wie im Juni auf der A7 am Dreieck Bordesholm. Foto: grafikfoto.de

Stillstand auf der A1-Baustelle zwischen Hamburg und Lübeck: Nach der Pleite einer Baufirma muss der Auftrag wohl neu ausgeschrieben werden.

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09. Juli 2013, 11:38 Uhr

Lübeck/Kiel | Hochsaison - der Urlaubsverkehr rollt durch Schleswig-Holstein. Doch auf einigen Autobahnen und Bundesstraßen bremsen Baustellen die Reisewelle. So staute sich am Sonnabend der Verkehr in die Ostseebäder auf der A1 (Hamburg - Lübeck) vor einer Baustelle bei Bad Oldesloe auf einer Länge bis zu zwölf Kilometern.
Ab dem heutigen Montag kommen Behinderungen auf der A23 hinzu, wo die Anschlussstelle Hanerau-Hademarschen in beide Richtungen gesperrt wird. Etwas weiter südlich standen am Wochenende die Autos in der Baustelle zwischen Horst/ Elmshorn und Hohenfelde kilometerlang.

"Es ist logisch, dass im Sommer gebaut werden muss"

"Wir kritisieren seit Jahren, dass es zu Urlaubszeiten so viele Baustellen gibt", sagt der Sprecher des ADAC im Norden, Ulf Evert. Es fehle an einem guten Baustellenmanagement. Dabei sieht auch er die Zwänge: "Es ist logisch, dass im Sommer gebaut werden muss." Das sieht auch Torsten Conradt so. Der Direktor des Landesbetriebes Straßenbau und Verkehr hatte schon zu Beginn der Ferien über die Situation auf den Autobahnen gesagt: "Wir haben alles, was keine Dauerbaustelle ist, massiv runtergefahren." Und die Sanierung der meisten Bundes- und Landesstraßen beginne erst nach den Ferien.
Und doch gibt es Unmut. Betriebe an der wegen Bauarbeiten gesperrten B76 zwischen Fleckeby und Fahrdorf (Kreis Schleswig-Flensburg) klagen über fehlende Kundschaft. Auch die gesperrte B202 zwischen Erfde und Norderstapel (Kreis Schleswig-Flensburg) führt zu Kritik. Der Zusammenschluss Gewerbetreibender klagt, dass die Wirtschaft der Region leide, mittelständische Betriebe sehen sich durch Umsatzeinbußen im fünfstelligen Bereich in ihrer Existenz bedroht. Der Landesbetrieb argumentiert hingegen, man habe die Arbeiten in die Ferien gelegt, um die Schülerbeförderung nicht zu beeinträchtigen.

Baustellen-Stillstand auf der A1

Die Situation auf der A1 wurde durch die Insolvenz eines österreichischen Baukonzerns ausgelöst, der die Fahrbahn sanieren sollte. Jetzt herrscht auf der Baustelle Stillstand. Damit es schnell weitergeht, wollte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) jene Firma ins Boot holen, die bei der ursprünglichen Ausschreibung dem Angebot der Österreicher unterlegen war. Doch dagegen soll ein weiteres Unternehmen mit Klage gedroht haben, das bei der Ausschreibung ebenfalls nicht zum Zuge kam. Eine juristische Auseinandersetzung und damit mögliche Entschädigungszahlungen will Meyer aber vermeiden.
Sollte ein letzter Gesprächsversuch in dieser Woche scheitern, wird eine neue internationale Ausschreibung nötig. Die Arbeiten könnten dann erst im kommenden Jahr vergeben werden. Damit bis dahin der Verkehr auf der A1 wieder rollt, soll die Baustelle bis Herbst zurückgebaut werden.

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