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Schloss Gottorf : Natur und Kultur auf dem Gottorfer Landmakt

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Der Gottorfer Landmarkt lockte 13.500 Menschen auf die Schleswiger Schlossinsel. Als "motivierenden Tag" bezeichnete der Museumsdirektor das Fest.

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erstellt am 14.Mai.2013 | 08:16 Uhr

Schleswig | Vom Reichtum kosten, den Schleswig-Holsteins Natur hergibt, Produzenten erzählen lassen, wie sie arbeiten, Kinderbespaßung unter freiem Himmel - und auch noch jede Menge Kultur bei Sonderführungen der Landesmuseen oder Kostproben aus dem Programm des Landestheaters im Innenhof des Schlosses: Die Mischung des Gottorfer Landmarkts hat auch im 13. Jahr des Bestehens nichts an Attraktivität verloren. 13.500 Besucher fanden dazu am Sonntag trotz eher durchwachsenen Wetters ihren Weg auf die Schleswiger Schlossinsel. Ansonsten sind um die 1500 Gäste an einem Tag Spitzenwerte für das Schloss. "Es ist für uns ein motivierender Tag", bilanzierte am Abend ein zufriedener Museumsdirektor Claus von Carnap-Bornheim. "Wir sehen, dass sich die Leute einfach wohlfühlen."
Umwelt- und Agrarminister Robert Habeck zeigte sich bei der Eröffnung stolz darauf, dass Schleswig-Holstein "den größten ökologischen Markt Deutschlands" aufgebaut hat. "Das ist keine politische Leistung, sondern er ist von unten aus Idealismus heraus gewachsen." Als "harten Auftrag an die Politik" bezeichnete es der Grüne, "das zu liefern, was die Menschen nachfragen". Da die Inlandproduktion an Bioware weit hinter den Konsumentenwünschen zurückbleibe, bedeute dies, Ökobauern besser zu fördern. Habeck strebt eine Verdopplung der biologisch bewirtschafteten Fläche auf 75.000 Hektar an. "Wir tun damit gleichzeitig etwas Gutes für unser Land", spann Habeck den Bogen weiter. Er verwies auf positive Effekte für Gewässer und Artenreichtum, wenn auf Pflanzenschutzmittel verzichtet wird. Die Förderung sei zudem gerechtfertigt, weil die Bio-Bauern stark unter erhöhten Landpreisen litten.

"Dem Bioanbau in Schleswig-Holstein geht es nicht gut"


"Viele Kollegen haben Flächen verloren, weil wir mit zu hohen Pachten kämpfen", bestätigte Barbara Rudolf, die Vorsitzende des Erzeugerverbands "Bioland" im Norden. "Dem Biolandbau in Schleswig-Holstein geht es nicht gut", sagte die zur Gesamtlage. Nicht zuletzt, weil die EU mit der aktuellen Agrarreform "ein Weiter-So" finanziere.
Schwerpunktthema beim diesjährigen Landmarkts war Tierschutz in der Landwirtschaft. Stefan Johnigk, Geschäftsführer des von Kiel aus bundesweit tätigen Vereins "Pro Vieh" , rief dazu auf, konventionell und biologisch arbeitende Betriebe nicht in Schwarz oder Weiß zu trennen. Auch auf konventionellen Betrieben lasse sich eine "wesensgemäße Tierhaltung" schaffen. Voraussetzung sei allerdings, dass dem Landwirt sein Produkt auch entsprechend bezahlt werde. Johnigk warb für einen Fonds des Handels, der eine schonende Landwirtschaft belohnt. Eine andere Initiative von "Pro Vieh" zielt auf individuelle, feste Beziehungen zwischen Erzeuger und Konsument: Ein Verbraucher beauftragt demnach mit einem monatlich festen Unterstützungsbeitrag seinen persönlichen Bauern. Vorteil: "Der Produzent hat ein Stück Einkommens-Verlässlichkeit, der Kunde kann Einfluss auf die Betriebsführung nehmen."

Dieter Kressel ist diesjähriger Baummaler


Zur Landmarkt-Tradition zählt der Gottorfer Baummaler. Der diesjährige, Diether Kressel aus Hamburg, ist in Schleswig kein Unbekannter. Schon 1979 gab es die erste Ausstellung mit seinen Werken im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, 1996 eine Retrospektive und 2004 eine weitere Ausstellung. Kressels aktuelles, bei einem Festakt vorgestelltes Werk zeigt, wie die dazugehörige Grafik, Stücke von Baumborke, auf der sich etliche Falter niedergelassen haben, die von der dunklen Rinde kaum zu unterscheiden sind. Das Gemälde des Künstlers mit dem, so Siegfried Lenz, "erstaunlichen Formwillen" komplettiert das in der Gottorfer Galerie der Gegenwart, dem Ostflügel der Sammlung Horn, neu eingerichtete Kabinett der Baummaler, in dem sich inzwischen zehn Gemälde befinden. Weitere Werke Kressels sind in einem Seitengelass der Galerie zu betrachten.
Baummaler 2014 wird der Karlsruher Malerei-Professor Gustav Kluge, 2008 ausgezeichnet mit dem Käthe-Kollwitz-Preis der Berliner Akademie der Künste. Kluge steht für krasse Menschendarstellungen, der Freundeskreis Schloss Gottorf hat gerade ein Werk von ihm erworben.
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