Schaalsee : Nandu-Population: Biosphärenreservat geht den Vögeln an die Eier

Die Eier der Nandus sollen bis ins Dotter angebohrt werden.

Die Eier der Nandus sollen bis ins Dotter angebohrt werden.

Am Schaalsee sind Landwirte über Fraßschäden der Laufvögel verärgert. Jetzt will man die Population schonend eindämmen.

shz.de von
11. Mai 2017, 13:16 Uhr

Schlagsdorf | Der Bestand an verwilderten Nandus in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein soll begrenzt werden. Das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe habe aufgrund der Schäden durch die exotischen Laufvögel in der Landwirtschaft die Genehmigung erteilt, die Gelege zu manipulieren, sagte Sprecherin Ulrike Müller.

Die Laufvögel machen die Schaalsee-Region als touristisches Ziel bekannt - auf der anderen Seite gibt es Landwirte, die auf den Fraß-Schäden der Laufvögel sitzen bleiben.

ie Zahl der Nandus in der Region ist seit vergangenem Jahr um 60 auf 220 gestiegen.
dpa

ie Zahl der Nandus in der Region ist seit vergangenem Jahr um 60 auf 220 gestiegen.

 

Dazu würden die Eier auf zwei Seiten bis ins Dotter angebohrt, erklärte Ranger Mario Axel am Donnerstag in Schlagsdorf. Das dürfe nur bei Eiern passieren, die noch kein Embryo enthielten. Der Entwicklungsstand der Eier sei an ihrer Färbung zu erkennen. Die brütenden Nanduhähne bemerken das lange Zeit nicht. Würde man ihnen die Eier wegnehmen, würden die Paare sofort nachlegen. Das Anbohren der Eierschalen ist nach Angaben des Umweltministeriums die mildeste Form eines Eingriffs.

Immer mehr Nandus sind im Norden zu beobachten.
dpa

Immer mehr Nandus sind im Norden zu beobachten.

 

Die Ranger und Landwirte der Region dürfen noch bis Montag Gelege manipulieren. Das Problem: Die Nester sind schwer zu finden. Bis Donnerstag hatten Ranger den Angaben zufolge lediglich zwei Gelege entdeckt. Sie setzten auf die Mithilfe der Bauern, sagte Axel. Die Zahl der Nandus in der Region ist seit vergangenem Jahr um 60 auf 220 gestiegen.

Nandus auf einer Wanderung.
dpa

Nandus auf einer Wanderung.

 

Die Vögel fressen mit Vorliebe die Blätter von Raps, Zuckerrüben und Weizen. Versuche, die bis zu 1,40 Meter großen Vögel zu vertreiben, blieben nach Angaben des Kreisbauernverbandes bisher erfolglos. Ihre natürliche Verbreitung haben Nandus in Südamerika. Der Bestand in Nordwestmecklenburg geht auf einige Tiere zurück, die 1999 aus einem Gehege in Groß Grönau in Schleswig-Holstein entlaufen waren.  

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