Unglück auf Hindenburgdamm : Nach Unglück mit Sylt-Autozug: Lkw geborgen

Der verunglückte Lastwagen am Hindenburgdamm. Inzwischen ist er geborgen worden. Foto: dpa
Der verunglückte Lastwagen am Hindenburgdamm. Inzwischen ist er geborgen worden. Foto: dpa

Nach dem dramatischen Unfall auf dem Hindenburgdamm haben Einsatzkräfte den Lastwagen des Fahrers geborgen. Die Ursachen für das Unglück sind weiter unklar.

shz.de von
07. September 2009, 07:56 Uhr

"Der Lkw wurde in der Nacht ans Festland gebracht", berichtete Hanspeter Schwartz, Sprecher der Bundespolizei Flensburg, am Samstagnachmittag. Bei dem Unglück am Donnerstag war das Fahrzeug vom Autozug "Sylt-Shuttle" gestürzt. Der 32 Jahre alte Fahrer wurde ins Wasser geschleudert und starb noch an der Unfallstelle. "Die Ursachen für das Unglück sind weiterhin unklar", sagte der Sprecher. Es gebe bislang keine neuen Erkenntnisse.

Neun Stunden lang dauerte die Bergung der Zugmaschine, des Anhängers und der Ladung. Der Bahnverkehr sei nicht beeinträchtigt gewesen, teilte der Sprecher der Bundespolizei mit. Zuständig für die Bergung war allerdings die Deutsche Bahn, die Bundespolizei begleitete die Maßnahmen nur. Zwischenzeitlich hatte die Bergung wegen des stürmischen Wetters unterbrochen werden müssen.
"Ob es auf dem Damm windiger war, ist spekulativ"
Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen auf Hochtouren. Zeugen hatten berichtetet, dass eine Windböe den Lastwagen samt Anhänger vom Autozug geweht habe. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wurde auf Sylt am Donnerstag um 15 Uhr Windstärke 8 gemessen, um 16 Uhr Windstärke 9: "Ob auf dem Hindenburgdamm eine noch höher Windgeschwindigkeit war, ist spekulativ", sagte DWD-Meteorologe Wolfgang Seifert.
Unterdessen war Kritik an der Deutschen Bahn laut geworden. Feuerwehrleute beanstandeten, dass der schmale Rettungsweg auf dem Hindenburgdamm abschüssig und rutschig sei und nicht für Einsätze dieser Größenordnungen geeignet. Die Bahn wies die Kritik zurück.
Vor 16 Jahren gab es auf dem Hindenburgdamm schon einmal ein ähnliches Unglück mit zwei Verletzten: Am 16. Juli 1993 hatte eine Windböe einen Kleintransporter samt Anhänger von einem der Flachwagen geweht. Heute werden bei stürmischen Wetter leere Lastwagen und Hänger bei der Überfahrt mit Spanngurten gesichert. Der Unglücks- Lastwagen war mit leichtem Dämm-Material beladen und daher ähnlich windanfällig wie ein leeres Fahrzeug. Bei der Ursachenforschung müsse daher unter anderem geklärt werden, ob der Unglücks-Lastwagen zusätzlich gesichert war.

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