Jahres-Abrechnung : Nach dem Winter kommt der Heizkosten-Schock

Die Heizkosten können sich in diesem Jahr um ein Drittel erhöht haben. Foto: dpa
Die Heizkosten können sich in diesem Jahr um ein Drittel erhöht haben. Foto: dpa

Der Winter war lang und kalt: Auf viele Verbraucher in Schleswig-Holstein kommen hohe Heizkosten zu. Abrechnungen könnten fast ein Drittel höher ausfallen als im Vorjahr.

Avatar_shz von
16. April 2013, 09:11 Uhr

Kiel/Hamburg | Für Norddeutschlands Verbraucher hat dieser Winter ein teures Nachspiel. Experten warnen, dass Abrechnungen fast ein Drittel höher ausfallen könnten als noch im Vorjahr. "Wer sich seine Abrechnung von 2011 vornimmt, der kann da getrost 30 Prozent drauflegen, wenn er in der Zwischenzeit sein Heizverhalten nicht grundlegend verändert hat", sagt Jochen Kiersch vom Mieterbund Schleswig-Holstein in Kiel. Je nach Höhe der Vorauszahlungen rollen damit auf Mieter und Eigentümer Kosten von mehreren hundert Euro zu.

Während die großen Versorger sich bislang zurückhaltend zum Thema äußern, berichten Netzbetreiber und Brennstofflieferanten übereinstimmend von einem deutlich höheren Verbrauch als in früheren Jahren. So zeigen Zahlen der Schleswig-Holstein Netz AG, die einen Großteil des Gasnetzes im Land verwaltet, für Oktober bis Februar einen Anstieg von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei Vattenfall - der Konzern beliefert nach eigenen Angaben 450.000 Wohnungen in Hamburg mit Fernwärme - stieg der Verbrauch seit Anfang des Jahres um 10 Prozent.

Kältester März seit Jahren

Noch stärker waren die Ausschläge beim Heizöl. "Vor Ostern war das ganz extrem." Die Nachfrage sei 25 Prozent höher gewesen als sonst zu dieser Zeit, sagt Thomas Möller vom Lieferanten "Thomsen Mineralöle" in Flensburg. "Das Problem ist einfach, dass die Leute relativ geringe Mengen vorhalten", fügt er hinzu. Angesichts hoher Ölpreise hätten viele versucht, sich damit noch in die wärmere Zeit hinüberzuretten - doch die blieb zunächst aus. Stattdessen erlebte der Norden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) den kältesten März seit vielen Jahrzehnten und den trübsten Winter seit Beginn der Aufzeichnungen.

Dabei legen die Preise für Brennstoffe wie Gas und Öl angesichts einer weltweit wachsenden Nachfrage ohnehin seit Jahren zu - und ein Ende ist nicht absehbar. "Wir gehen davon aus, dass die Preise weiter steigen werden", sagt auch Margrit Hintz von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein in Kiel. Zahlen des Vergleichsportals Verivox zeigen, dass Verbraucher im März 2005 bei den durchschnittlichen Angeboten der Grundversorger für einen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden 1078 Euro zahlten. In diesem Jahr sind es 1412 Euro - ein Plus von fast 31 Prozent. Allein gegenüber 2012 müssen Gaskunden heute 8,4 Prozent mehr bezahlen. Beim leichten Heizöl hat sich der Preis von 2005 zu heute sogar fast verdoppelt. Lag er damals laut Verivox bei etwa 36 Euro pro Hektoliter, sind es heute über 70 Euro.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen