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Flüchtlingshaus : Nach Brandanschlag: Linke Demo in Escheburg

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Nach dem Brand einer Flüchtlingsunterunft demonstrieren 100 Menschen für Toleranz. Viele sind schwarz vermummt.

Etwa 100 Menschen, darunter nur eine Hand voll Escheburger, haben am Sonnabend in Escheburg gegen Fremdenhass und für Toleranz demonstriert. Am Montag war in ein Holzhaus in Escheburg, in das am Dienstag sechs irakische Flüchtlinge einziehen sollten, ein Brandsatz gefliogen. Das Haus ist vorerst unbewohntbar, die Polizei fahndet noch immer nach dem Täter.

"Escheburg hat ein Problem mit Rassismus und Fremdenfeindlichkeit", sagte ein Sprecher der "Antifaschistischen Aktion Herzogtum Lauenburg". Die Gruppe hatte gemeinsam mit der Linken-Kreistagsfraktion zu der ersten Demonstration nach dem Anschlag aufgerufen. Vor allem aus Hamburg, Lübeck und Schwerin waren Demonstranten, oft schwarz vermummt, nach Escheburg gekommen.

Die Polizei, die mit einem Großaufgebot präsent war und sogar aus Uelzen per Hubschrauber abrufbare Verstärkung hatte, riegelte die Siedlung, in der der Anschlag passiert war, ab. "Das Wohngebiet ist tabu", machte Einsatzleiter Holger Meinke von der Polizeidirektion Ratzeburg deutlich. Hintergrund: Möglicherweise wurde der Anschlag aus der Nachbarschaft heraus verübt, es bestand die Sorge, die Demonstranten könnten Angriffe auf die Bürger Escheburgs starten.

Nachbarn hatten sich massiv gegen die Nutzung des Holzhauses als Asylunterkunft gewehrt. Einigen Demonstranten wurden von der Polizei Platzverweise erteilt, weil sie sich nicht an Vorgaben der Beamten hielten.

Es war eine böse Verallgemeinerung, die die wenigen Escheburger unter den Demonstranten über sich ergehen lassen mussten. Sie verließen die Kundgebung in Sichtweite des Holzhauses daraufhin auch. "Sonntag erwarten wir es etwas bürgerlicher", sagte Meinke, dann wird auf einer Mahnwache um 18 Uhr auch Ministerpräsident Torsten Albig sprechen.

 

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erstellt am 14.Feb.2015 | 21:05 Uhr

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