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Bad Segeberg : Mutter lässt Kleinkind mehr als 40 Stunden allein

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Ohne Essen und Trinken und vollkommen allein hat ein 17 Monate altes Kind mehr als 40 Stunden in einer Wohnung in Bad Segeberg verbringen müssen.

Bad Segeberg | Lautes Weinen alarmierte die Nachbarn:  Eine Mutter hatte vergangene Woche ihre 17 Monate alte Tochter mehr als 40 Stunden lang ohne Versorgung und Betreuung in der Wohnung zurückgelassen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst verschafften sich am Donnerstag über ein angekipptes Fenster gewaltsam Zugang zur Wohnung, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Segeberg. Dort fanden sie das Mädchen in seinem Gitterbett – von der alleinerziehenden Mutter keine Spur.

Das unter Flüssigkeitsmangel leidende Kleinkind wurde stationär im Krankenhaus aufgenommen und konnte dort stabilisiert werden. Das Mädchen ist mittlerweile in einer Pflegestelle untergebracht. Eine Pflegefamilie kümmere sich um das Kind, sagte Jugendamtsleiter Stankat. „Es erhält emotionale Zuwendung.“ Sozialpädagogen des Jugendamts überprüfen, ob die alleinerziehende Mutter chronisch überfordert ist oder ob es sich um eine Notsituation gehandelt habe.

Laut Mitteilung gab die Mutter an, das schlafende Kind am Dienstagabend verlassen zu haben, um Freunde in Hamburg zu besuchen. Dort sei sie Opfer einer Gewalttat geworden, was sie an der Rückkehr zu ihrer Tochter gehindert hätte. Polizeisprecherin Sandra Mohr wollte sich auf Nachfrage zu den Hintergründen und Details der Abwesenheit nicht äußern. Sie verwies auf die laufenden Ermittlungen und Rücksichtnahme auf die Personen.

Die Ereignisse wecken Erinnerungen an das Schicksal eines dreijährigen Jungen aus Bad Segeberg. Vor gut zwei Jahren erlangte er als „Kellerkind“ deutschlandweit traurige Bekanntheit. Die Eltern hatten ihren Sohn nackt und verwahrlost in einem Kot verschmierten Kellerraum eingesperrt. Der Fall wird am 17. Dezember vor dem Amtsgericht Bad Segeberg verhandelt.

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erstellt am 25.Nov.2014 | 08:37 Uhr

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