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Tote Babys im Schliessfach : Mutter aus Bad Schwartau: Sechs Geburten, drei versteckte Leichen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Mutter der beiden im Schließfach versteckten Babyleichen hatte schon einmal ein totes Neugeborenes versteckt. Eine Tötung konnte ihr damals nicht nachgewiesen werden.

shz.de von
erstellt am 19.Sep.2014 | 07:10 Uhr

Hamburg | Der Fund erschütterte gestern ganz Deutschland: Polizisten haben in einem Schließfach am Hambruger Hauptbahnhof die Leichen von zwei Babys gefunden. Eine Mutter (39) aus Bad Schwartau (Kreis Ostholstein) soll die Säuglinge dort versteckt haben.

Nahezu unfassbar: Bereits 2011 hatte die dreifache Mutter die Leiche eines neugeborenen Mädchens auf dem Friedhof von Bad Schwartau verscharrt. Das Verfahren gegen sie wurde eingestellt. Sechs Geburten, drei versteckte Babyleichen. Ralf Peter Anders, Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft: „Wir ermitteln nun erneut gegen die Frau.“

Polizisten hatten gestern das Schließfach mit der Nummer 1344 geöffnet und einen Trolley entdeckt, der ungeöffnet in die Lübecker Gerichtsmedizin gebracht worden war. Dort dann der schockierende Fund: „In Plastik eingewickelt lagen zwei Babyleichen, eine stark, die zweite weniger stark verwest“, so Oberstaatsanwalt Anders. Dies deute auf unterschiedliche Geburtszeitpunkte hin. „Bei dem vor kurzem geborenen Baby war noch zu erkennen, dass es sich um einen Jungen handelt.“ Ob die Säuglinge noch lebten, als sie geboren wurden, müsse jetzt die Untersuchung ergeben. „Der Tatverdächtigen geht es sehr schlecht, es besteht die Gefahr der Eigengefährdung“, sagt Anders weiter. Sie habe sich freiwillig in die Psychiatrie begeben.

Wie sind die Ermittler der Frau auf die Spur gekommen? In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ war von einer Babyleiche in Cloppenburg (Niedersachsen) berichtet worden. Gesucht wurde die Mutter des Kindes. Anders: „Eine Zeugin meldete sich daraufhin und berichtete, dass ihre Bekannte schwanger gewesen sei, jetzt aber kein Baby habe.“ Die beiden Fälle haben laut Staatsanwaltschaft nichts miteinander zu tun, trotzdem suchten die Ermittler die genannte Frau auf – auch wegen ihrer Vorgeschichte. „Polizisten sprachen die Mutter auf die mutmaßliche Schwangerschaft an, von einem Arzt sollte sie gynäkologisch untersucht werden.“ Doch die Verdächtige flüchtete. In Anrufen kündigte sie an, Selbstmord zu begehen. „Über eine Handy-Ortung wurde sie in Hamburg ausfindig gemacht“, berichtet Anders. Bei einer Durchsuchung der Frau hätten Beamte dann einen Schließfachschlüssel gefunden. Beamte der Lübecker Mordkommission sperrten den Bereich an den Gleisen 7 und 8 ab, öffneten das Fach.

Der Fund des ersten toten Babys hatte damals für Bestürzung in der Region gesorgt. Das Mädchen, dem Ermittler den Namen „Stella“ gaben, war Anfang September 2011 entdeckt worden – zwischen zwei Grabsteinen, sorgsam in eine Stoffwindel gewickelt und mit Erde bedeckt. Mit Plakaten suchte die Polizei nach der Mutter, auch damals wurde sie nach einem Hinweis fündig. Die Mutter gab zu, das Kind zu Hause geboren zu haben. Es sei leblos auf die Welt gekommen, deshalb habe sie es begraben. Rechtsmediziner konnten nicht ermitteln, ob das Mädchen nicht doch lebend geboren wurde. Aus diesem Grund wurde das Verfahren gegen die Mutter eingestellt.

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