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Urteil gegen 20-Jährigen aus Heide : Mord im Tante-Emma-Laden: Mehr als neun Jahre Haft

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Für 20 Stangen Zigaretten musste der Besitzer eines Ladens in Heide sterben. Der Täter muss ins Gefängnis, entschied das Landgericht.

Heide/Itzehoe | Das Landgericht Itzehoe hat einen 20-Jährigen wegen eines Raubmordes zu neuneinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt. Die Jugendkammer befand den Angeklagten für schuldig, im Oktober 2014 in Heide (Kreis Dithmarschen) den 73 Jahre alten Inhaber eines Tante-Emma-Ladens aus Habgier getötet und beraubt zu haben.

Der junge Mann hatte die Tat gestanden. Er habe Geld wegen seiner Drogen-Schulden gebraucht, begründete er die Bluttat. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Jugendstrafe von 13 Jahren für den Angeklagten gefordert, die Verteidigung neuneinhalb Jahre für ausreichend gehalten. Der Angeklagte blieb während der Urteilsverkündung äußerlich ohne sichtbare Emotionen. 

Grund für den Überfall waren nach Angaben des Angeklagten Schulden. Er war knapp eine Woche nach der Tat bei einer Routinekontrolle in einem Zug im niedersächsischen Rotenburg/Wümme festgenommen worden.

Für das Opfer war es ein entsetzlich langsames Sterben: Der Angeklagte - ein junger Mann mit athletischer Statur - hatte dem schmächtigen und einen Kopf kleineren Senior immer wieder mit einem stilettartigen Dolch in den Hals gestochen, bevor er den 73-Jährigen letztendlich erwürgte. Den blutüberströmten Leichnam ließ er in einem Hinterzimmer auf dem Boden liegen und bedeckte ihn mit zwei Jacken. Er war damals mit 20 Stangen Zigaretten, jedoch ohne einen Cent Geld geflüchtet.

Der 20-Jährige war nach Einschätzung des psychiatrischen Sachverständigen trotz einer diagnostizierten Persönlichkeitsstörung sowie Alkohol- und Drogenmissbrauchs voll schuldfähig. Im Prozess bescheinigte der Gutachter dem 20-Jährigen einen Mangel an Empathie.

Rechtsmediziner hatten fünf Stichwunden am Hals des 73-Jährigen gezählt. Der Staatsanwalt sagte in seinem Plädoyer, dass der Angeklagte bei der Tat unbarmherzig und gefühlskalt gewesen sei. Anklagebehörde und Verteidigung werteten die Tat übereinstimmend als Mord.

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erstellt am 22.Apr.2015 | 15:00 Uhr

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