zur Navigation springen

Wohnung in Bad Segeberg : Mord beim Sexspiel: 28-Jährige schweigt

vom

Die Frau muss sich wegen heimtückischen Mordes vor Gericht verantworten: Sie fesselte einen 58-Jährigen und stach dann zu.

shz.de von
erstellt am 21.Apr.2017 | 11:38 Uhr

Kiel/Bad Segeberg | Wegen heimtückischen Mordes an einem Steuerberater muss sich eine Prostituierte seit Freitag vor dem Landgericht Kiel verantworten. Die 28-Jährige werde sich vor Gericht vorerst nicht zu den Vorwürfen äußern, sagte ihr Anwalt am ersten Verhandlungstag. Er scheiterte allerdings mit einem Antrag, die Öffentlichkeit für die gesamte Dauer der Beweisaufnahme auszuschließen. Dies beschloss die Kammer nur für die Vorstellung eines psychiatrischen Gutachtens.

Die mutmaßliche Prostituierte soll einen Steuerberater in dessen Wohnung in Bad Segeberg beim Sexspiel heimtückisch erstochen haben. Opfer und Angeklagte sollen sich schon länger gekannt haben. Die Tat hatte in der Stadt großes Aufsehen erregt.

Laut Anklage besuchte die Frau den 58-Jährigen am 12. Oktober 2016. Mit seinem Einverständnis fesselte sie ihm demnach die Hände und verband seine Augen. Doch statt wie vereinbart Sex zu liefern, soll sie unvermittelt ein Küchenmesser geholt und zugestochen haben. Der Mann konnte zwar noch die Polizei rufen. Aber weder Notarzt noch die Einlieferung ins Krankenhaus konnten ihn retten. Der 58-Jährige verblutete an zwei Einstichen in Hals und Bauch.

Ein Kripobeamter berichtete vor Gericht von der Vernehmung der Frau. Sie habe von einem Blackout gesprochen, sagte der Ermittler. Nachdem sie bereits allein eine Flasche Sekt getrunken habe, will sie mit dem späteren Opfer eine weitere Flasche geleert und auch noch Weißwein getrunken haben. Streit habe es dabei laut ihrer Aussage nicht gegeben. Später habe sie den nackt auf dem Bett liegenden Mann fesseln sollen. Dann habe sie Erinnerungslücken. Ihre nächste Sequenz sei demnach gewesen: Der Mann habe sie vor dem Bett gewürgt.

Zum Motiv machte die Staatsanwaltschaft zunächst keine Angaben. Sie wertet die Tat als heimtückischen Mord. Der 58-Jährige und die mutmaßliche Mörderin sollen seit Längerem ein Verhältnis gehabt haben. Beim Eintreffen der Polizei soll sie sich in der Küche seiner Wohnung verschanzt und mit Selbstmord gedroht haben. Um Eigen- und Fremdgefährdung zu verhindern, sollen Polizeibeamte sie dann mit Pfefferspray außer Gefecht gesetzt und festgenommen haben. Die 28-Jährige sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft.

Für das Verfahren setzte das Gericht unter dem Vorsitzenden Jörg Brommann vier Verhandlungstage fest. Zum Prozessauftakt sind sieben Zeugen geladen, darunter vier Polizeibeamte. Zudem beauftragte das Gericht zwei Sachverständige, einen Rechtsmediziner und einen psychiatrischen Gutachter. Er soll sich zum Zustand der Angeklagten und ihrer Schuldfähigkeit äußern. Der Frau droht bei einer Verurteilung nach Paragraph 211 des Strafgesetzbuches eine lebenslange Freiheitsstrafe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert