Erstochen im Wald : Mord an Joggerin: Ex-Verlobte spricht über Norman L.

Norman L. soll Anna-Lena U. im Wald zwischen Lübeck und Herrnburg ermordet haben.
Norman L. soll Anna-Lena U. im Wald zwischen Lübeck und Herrnburg ermordet haben.

Für die Polizei ist Norman L. aus Lübeck der Mann, der Anna-Lena U. beim Joggen im Wald erstochen hat. Er schweigt weiter dazu.

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15. Juli 2013, 03:05 Uhr

Lübeck/Herrnburg | Er sitzt in einer der ältesten und berüchtigtsten Haftanstalten Deutschlands, dem Gefängnis von Bützow. Doch ein Geständnis ist von Norman L. (45) aus Lübeck wohl nicht zu erwarten. "Der Tatverdächtige möchte weiterhin keine Angaben machen", sagte Thomas Kopf von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Schwerin am Freitag.
Norman L., arbeitsloser Lagerarbeiter und dreifacher Familienvater, soll die Joggerin Anna-Lena U. (29) auf dem alten Grenzstreifen bei Lübeck mit einem Messerstich in den Hals ermordet haben. Auch nach seiner Festnahme laufen die Ermittlungen weiter auf Hochtouren. Beamte hatten zahlreiche Beweisstücke aus der 46 Quadratmeter großen Hochparterre-Wohnung von Norman L. mitgenommen, darunter den Messerblock aus der Küche. "Es müssen noch zahlreiche Spuren ausgewertet werden", so der Staatsanwalt.

Parallelen zur versuchten Vergewaltigung von 1989

Beängstigend sind die Parallelen der Tat zu einem Verbrechen, das Norman L. bereits 1989 als junger Mann begangen hatte und für das er zu knapp drei Jahren Haft verurteilt wurde. Rostocks Polizeipräsident Thomas Laum: "Er hatte eine ihm unbekannte Frau überfallen." Die versuchte Vergewaltigung misslang, weil Passanten sich näherten, Norman L. flüchtete.
Auch Anna-Lena U. kannte er nicht. Warum sie sterben musste, ist unklar. Eine mögliche Erklärung: Die junge Frau soll sich heftig gewehrt haben, davon zeugten Kampfspuren im Sand. Aber wegen dieser Gegenwehr fanden die Ermittler auch die DNA des Täters am Körper der Toten. Eine Suche in der Datenbank war erfolgreich - nach dem Verbrechen von 1989 war das DNA-Profil des gebürtigen Berliners gespeichert worden.

Kinder fanden mögliche Tatwaffe

Daniela E. (35), die Ex-Verlobte von Norman L., die zwölf Jahre lang mit ihm zusammen lebte, erklärte jetzt, sie habe von seinen Vorstrafen nichts gewusst. "Eigentlich ist er sehr nett, ich mochte seinen trockenen Humor", sagte sie. Im vergangenen September habe sie sich getrennt, weil Norman ein sehr eifersüchtiger und vereinnahmender Mann sei.
Ungeplante Unterstützung bekam die Polizei bei ihren Ermittlungen übrigens von Kindern. "Sie haben 200 Meter neben dem Tatort ein Messer gefunden", bestätigte Polizeisprecherin Isabel Wenzel. Ob es sich um die Tatwaffe handelt, darüber gibt es aber widersprüchliche Meldungen. Es soll auch noch ein weiteres Messer gefunden worden sein.

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