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Demografischer Wandel : Mitgliederschwund: Kinder sollen zur Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Jeder dritte Aktive scheidet in den nächsten zehn Jahren aus der Feuerwehr aus. Die Landesregierung ändert das Brandschutzgesetz.

Kiel | Frischzellenkur für die fast 1400 freiwilligen Feuerwehren zwischen Nord- und Ostsee: Künftig sollen auch Kinder bereits mit sechs statt bisher zehn Jahren den blauen Rock tragen dürfen. Dies sieht eine Novelle zum Brandschutzgesetz vor, die das Kabinett gestern in Kiel auf den Weg gebracht hat.

Ziel sei es, den freiwilligen Feuerwehren zu helfen, neue Mitglieder zu gewinnen und das Ehrenamt weiter zu stärken, sagte Innenminister Andreas Breitner (SPD). Mit zehn Jahren kann der künftige Feuerwehrnachwuchs in die Jugendabteilung. Mit 16 Jahren ist weiterhin der Eintritt in die Einsatzabteilung möglich. Wer bei Bränden oder Unglücken eingesetzt werden soll, muss weiter volljährig sein.

Neu ist auch die Möglichkeit, bei freiwilligen Feuerwehren eine so genannte Verwaltungsabteilung einzurichten. Damit soll vor allem Menschen die Chance zum ehrenamtlichen Engagement geboten werden, die körperlich zum aktiven Dienst nicht geeignet sind. Von 65 auf 67 Jahre angehoben wird daneben die Altersgrenze für die Wehrführungen und deren Stellvertretungen.

Die Novelle, die nach der Sommerpause dem Landtag zugeleitet wird, trage auch dem demografischen Wandel Rechnung, sagte Breitner. In den nächsten zehn Jahren scheiden zwischen 30 und 40 Prozent der Einsatzkräfte aus dem aktiven Dienst aus. Breitner appellierte an die Kommunen und Feuerwehrverbände, sich weiter um Nachwuchs zu bemühen. Mit Gesetzen und Verordnungen allein schaffe man die Trendwende in der Mitgliederentwicklung nicht.

In Schleswig-Holstein gab es Ende vergangenen Jahres 1371 freiwillige Feuerwehren mit 48.104 aktiven Mitgliedern – das sind 265 weniger als im Vorjahr. 2012 hatte es sogar ein Minus von 453 Mitgliedern gegeben. Zudem gab es Ende vergangenen Jahres 9491 Mitglieder in 429 Jugendabteilungen. Hinzu kommen vier Berufsfeuerwehren in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster mit insgesamt 870 Beamtinnen und Beamten.

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erstellt am 06.Mai.2014 | 19:26 Uhr

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