Redlefsen in Satrup : Mitarbeiter nach Ammoniak-Austritt verletzt

Die Spezialkräfte gingen unter Atemschutz und mit Vollschutzanzügen zu Werke. Foto: Iwersen
Die Spezialkräfte gingen unter Atemschutz und mit Vollschutzanzügen zu Werke. Foto: Iwersen

Großalarm am Mittwoch in Satrup: Aus ungeklärter Ursache trat aus der Kühlanlage des Wurstwarenherstellers Redlefsen Ammoniak aus. Ein Mitarbeiter wurde verletzt.

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26. Oktober 2012, 08:15 Uhr

Satrup | Vermutlich in einem Raum für Kühlaggregate kam es bei Wartungsarbeiten zu einem Leck in einem Ventil einer Ammoniakleitung. Ein Monteur, der sich zu diesem Zeitpunkt in dem betroffenen Raum aufhielt, wurde dabei verletzt und mit einem Rettungswagen in die Flensburger Diako eingeliefert. Zuvor konnte er nach Angaben von Feuerwehr und Firmensprecher noch den "Not-Stopp" der gesamten Anlage auslösen und den Einsatzkräften Hinweise auf den genauen Einsatzort geben. Nach Angaben eines Firmensprechers ließ sich nach Wartungsarbeiten an der Anlage ein Ventil nicht mehr komplett schließen.
Neben der Werksfeuerwehr des Wurstwarenherstellers und den örtlichen Feuerwehren Satrup und Esmark-Rehberg wurde auch der Löschzug Gefahrgut aus Schleswig alarmiert. Die Spezialkräfte gingen unter Atemschutz und mit gelben Vollschutzanzügen in den betroffenen Raum, wo sie nach Angaben von Polizeisprecher Matthias Glamann das Leck abdichten konnten. "Gegen 13.15 Uhr gelang es den Einsatzkräften, die Leckage endgültig durch das zudrehen von entsprechenden Ventilen zu schließen", erklärte er. Zudem wurde von der Polizei ein Sachbearbeiter des Umweltschutztrupps beim Schleswiger Polizei-Bezirksrevier an die Einsatzstelle entsandt.
Beißender Geruch in Satrup
Wie Anwohner berichteten, war in Teilen Satrups der beißende Geruch des Ammoniaks deutlich wahrzunehmen. Daher veranlasste die Polizei auch eine Rundfunkdurchsage, in der die Anwohner gebeten wurden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Mit Wasser aus mehreren Strahlrohren schlugen die Einsatzkräfte zudem die giftigen Dämpfe nieder, um eine Ausbreitung des Ammoniakgeruchs zu verhindern.
Vorsorglich wurden auch der nahegelegene Kindergarten und die "Regenbogenschule" geschlossen, sodass die Kinder die Gebäude nicht verlassen konnten. Mit spezieller Messtechnik wurde dann eine Untersuchung der gesamten Umgebungsluft im Ortskern von Satrup durchgeführt. "Es gab allerdings zu keiner Zeit eine Gefahr für die Bevölkerung", erklärte die Einsatzleiterin des Gefahrgutzuges, Annelie Sievers. Die gemessenen Werte lagen um ein vielfaches unter der geringsten Nachweisgrenze. Unklar ist indes noch die genaue Menge des ausgetretenen Ammoniaks.

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