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Strassenmeisterei : Mit Video: A7-Wärter machen sich winterfest

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine neue private Straßenmeisterei schult Fahrer von Räumfahrzeugen. Das Land bunkert bereits 32.000 Tonnen Streusalz.

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erstellt am 29.Sep.2015 | 07:16 Uhr

Hohenlockstedt | Der Geruch von verbranntem Gummi, Funken sprühen, Qualm steigt auf. Holger Wagner hofft, dass es nie zum Ernstfall kommt, in dem er so plötzlich stoppen muss. In jedem Fall war es eine vorbildliche Vollbremsung, die der Neumünsteraner mit dem 30-Tonner aus Tempo 80 hingelegt hat. Wagner ist einer von sechs Straßenwärtern, die sich gestern im Fahrtrainingszentrum am Flugplatz Hungriger Wolf in Hohenlockstedt (Kreis Steinburg) auf die Wintersaison vorbereitet haben.

Ihnen wird man diesen Winter besonders auf die Finger schauen. Die Männer in Orange werden erstmals für die A7-Baustelle im Einsatz sein. Seit Mai dieses Jahres arbeiten sie für die neue Straßenmeisterei des Betreiberkonsortiums Via Solutions Nord (VSN) in Nützen (Kreis Segeberg).

„Sehr gut“, lobt Ausbilder Michael Breitling über das Funkgerät. „Bei diesen Fahrzeugen muss man genau schauen, wie sie in Gefahrensituationen reagieren“, sagt er. Schließlich sind sie nicht nur mit einem mit bis zu 12.000 Litern Lauge gefüllten Tank, sondern auch einem vier Meter breiten Räumschild ausgestattet. „Die Fahrer müssen besonders darauf achten, die Spur zu halten. Schon bei kleinen Bewegungen kann das Räumschild die Leitplanke berühren“, erklärt der Fahrsicherheitstrainer. Bei einer Vollbremsung schwappt außerdem die Lauge hin und her. Breitling: „Da muss man warten, bis sich das Fahrzeug beruhigt hat.“

Wagner lenkt das 400-PS-Gefährt souverän durch den Slalom-Parcours. Es ist nagelneu und mit modernster Technik ausgestattet. Dazu gehört die GPS-gestützte Vernetzung mit der Zentrale. Sie erhält in Echtzeit Daten darüber, wer wo und wie viel streut. „Wenn die A7 auf bis zu acht Spuren ausgebaut ist, werden wir mit Seitenklappen auf 6,50 Meter Räumfläche pro Fahrzeug kommen“, sagt Wagner. Ende 2018 soll es so weit sein. Bis dahin wird in die engen Spuren der Baustelle zwischen dem Autobahndreieck Hamburg-Nordwest und der Anschlussstelle Neumünster-Nord nur ein Räumfahrzeug pro Spur passen. Auch bei Schnee sollen Autofahrer wie gewohnt vier Spuren nutzen können. An sie appelliert der 42-jährige Straßenwärter und Kolonnenführer schon jetzt: „Abstand und Geduld – können wir nicht richtig arbeiten, können Sie nicht zur Arbeit fahren.“

Anfang Oktober soll die Autobahnmeisterei Nützen unmittelbar an der Autobahn-Anschlussstelle Kaltenkirchen endgültig fertiggestellt sein. Bis 2044 sind die 16 Straßenwärter und ein Autobahnmeister für 59 Kilometer Autobahn zuständig. Dann endet der Vertrag zwischen dem Bund und der Via Solutions Nord.

Anfang Oktober erwarten die Neuen auf der A7 etwa 3500 Tonnen Salz. Landesweit sind Schleswig-Holsteins Salzlager prall gefüllt. Die insgesamt 53 Streugutlagerstätten fassen rund 32.000 Tonnen Streusalz, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Kostenpunkt: rund 2,4 Millionen Euro.

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