Taskforce Jugendkriminalität : Mit Punktesystem gegen Intensivtäter

Mit einem Punktesystem für verschiedene Straftaten sollen Intensivtäter herausgefiltert werden. Foto: dpa
Mit einem Punktesystem für verschiedene Straftaten sollen Intensivtäter herausgefiltert werden. Foto: dpa

Im Kampf gegen Jugendkriminalität rücken Polizei, Justiz und Jugendhilfe in Schleswig-Holstein enger zusammen. Ein neues Punktesystem soll bei der Kontrolle von Intensivtätern helfen.

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10. Juli 2011, 05:23 Uhr

Überfälle, schwere Körperverletzungen, vorsätzliche Brandstiftung - an solchen Straftaten sind junge Leute besonders oft beteiligt. Um im Kampf gegen die Jugendkriminalität besser voranzukommen, sollen Polizei, Justiz und Jugendhilfe in Schleswig-Holstein nun enger zusammenrücken. Innenminister Klaus Schlie (CDU) kündigte am Freitag in Kiel für jeden Kreis und jede kreisfreie Stadt eine Taskforce aus Vertretern der genannten Stellen an. Die Gremien sollen sich spätestens vom nächsten Jahr an eng abgestimmt um junge Leute kümmern, die der Polizei bereits mehrfach aufgefallen sind.
"Dabei handelt es sich um eine Minderheit zwischen drei und fünf Prozent junger Straftäter, die allerdings für bis zu zwei Drittel der Straftaten in ihrer jeweiligen Altersgruppe verantwortlich sind", sagte der Minister. "Die Fälle sind oft dramatisch; fast immer ist brutale Gewalt im Spiel."
Fünf Punkte für Raub
Ein Punktekatalog soll künftig gleiche Bewertungsstandards gewährleisten: Bei Raub gibt es fünf Punkte, bei gefährlicher Körperverletzung drei. Wer innerhalb eines Jahres auf 15 Punkte kommt, gilt als Intensivtäter und gerät damit direkt ins Visier von Polizei und Justiz. Allerdings wird unterschiedlich gewichtet, ob jemand die Punkte nur als notorischer Schwarzfahrer sammelt oder mit Gewalttaten.
Auf Schätzungen, wie viele Jugendliche im Land nach dem neuen Katalog als Intensivtäter aufgeführt werden könnten, wollte der Minister sich nicht einlassen. Nach den alten, ganz überwiegend quantitativen Kriterien waren 2009 im Land 945 jugendliche Intensivtäter registriert, nachdem es 2005 noch 144 waren.
Die Staatssekretär für Inneres, Justiz, Soziales und Bildung sollen gleich nach der Sommerpause ein Handlungskonzept zur Jugendkriminalprävention erarbeiten und darin die bisher zum Teil isoliert laufenden Maßnahmen bündeln. Es gebe bereits viele hervorragend laufende Initiativen, sagte Schlie. An verschiedenen Stellen fehle es aber an einer verbindlichen Kommunikationsstruktur und an notwendigen Absprachen. "Die Jugend-Taskforce ist ein neues und wichtiges Instrument, um kriminelle Karrieren junger Menschen schon früh zu erkennen und zu beenden."
(dpa, shz)

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