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Eider-Treene-Sorge-Region : Mit Planwagen zu den Zwergschwänen

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Die Zwergschwäne sind in der Eider-Treene-Sorge-Region eingetroffen. Um sie nicht zu stören, wird versucht, die riesigen Besucherströme zu kanalisieren.

shz.de von
erstellt am 09.Mär.2010 | 07:53 Uhr

Meggerdorf | Die Flusslandschandschaft Eider-Treene-Sorge bietet seinen Gästen in diesen Tagen ein ganz besonderes Naturschauspiel: Die Zwergschwäne sind da. Zu Hunderten machen die immer seltener werdenden Zugvögel auf ihren Flügen von den schneefreien Winterquartieren in Irland, England und den Niederlanden Rast in der Eider-Treene-Sorge-Region, um sich die notwendigen Energiereserven für den anstrengenden Flug in ihre Brutgebiete in Westsibirien anzufressen.
Die Gegend um Meggerdorf (Kreis Schleswig-Flensburg) ist der größte Rastplatz dieser Vögel in Deutschland - und erfreut sich offenbar immer größer werdender beliebtheit: Waren es in den 80er Jahren nur mehrere hundert Tiere, zählten das Michael-Otto-Instituts im NABU und die "Integrierte Naturschutzstation Eider-Treene-Sorge und Westküste" im vergangenen Jahr 2863 Zwergschwäne. Das sprach sich schnell auch bei Besuchern herum: Um die Zwergschwäne bei ihrer Rast nicht durch die steigende Zahl der Beobachter unnötigerweise zu stören, versucht man in Meggerdorf, diese Besucherströme zu kanalisieren. Dazu bieten die Gemeinde zusammen mit der Lokalen Aktion Kuno e.V., der "Integrierten Station Eider-Treene-Sorge und Westküste" aus Bergenhusen sowie dem Meggerdorfer Naturschutzverein Programme an.
Die Rastplätze für die Zugvögel sind bedroht
In diesem Jahr hatten die Organisatoren der Besuchs-Programm auch mit dem langen Winter zu kämpfen. Die Schwäne blieben länger als gewohnt in ihren Winterquartieren, die Frage, ob in diesem Jahr überhaupt Schwäne rund um Meggerdorf Rast machen würden, beantworteten diese in großen Gruppen: In Trupps von 50 bis 200 sind sie jetzt unterwegs, genießen die ruhigen Flächen mit eiweißreichen Gräsern. "Die Landwirte haben keine Probleme hiermit, die Schwäne fressen das überständige Gras", berichtet Renate Rahn, Vorsitzende von "KUNO" und selbst Landwirtin. "Es gibt keinen Kahlfraß, da die Schwäne die Fressplätze häufig wechseln. Sie sorgen dafür, dass zu Beginn der Wachstumsperiode die Grasnarbe gedeihen kann", sagt Renate Jahn. Doch die Rastplätze für die Zugvögel sind bedroht. "Die Nachfrage nach Land für die Biogasanlagen wird immer größer. Es werden heute schon Preise für Pacht und Kauf geboten, die die Milchlandwirte nicht mehr zahlen können und sie deshalb ihre Betriebe schließen müssen. Dies bedeutet, dass die Dauerweideflächen zurückgehen und der Lebensraum für die Vogelwelt, die diese Flächen nutzt, weiter eingeschränkt wird", befürchtete Rahn.
Die Angebote während der Zwergschwantage sind erweitert worden, um mehr Zielgruppen zu erreichen. Die Informationsveranstaltungen mit anschließender Planwagenfahrt zu den Nahrungs- und Schlafplätzen bleiben. Jetzt können Frühaufsteher auch eine Führung bei Sonnenaufgang und den imposanten Abflug der Schwäne vom Übernachtungsplatz zu den Nahrungsflächen erleben. Anschließend werden die Nahrungsplätze im Meggerkoog aufbesucht.
"Dieser Anschauungsunterricht in der Natur bietet viele Vorteile"
Zum ersten Mal wurde den umliegenden Schulen Exkursionen angeboten. Zielgruppe sind die 4. Klassen, um ihnen die örtliche Flora und Fauna näher zu bringen. Das Angebot nutzten unlängst auch die 4. Klassen der Grundschule Erfde und die Grundschüler aus Bergenhusen und Meggerdorf. Mit dem Planwagen ging es unter fachlicher Führung der Biologin Martina Bode (NABU) und der Landwirtin Renate Rahn zu den Zwergschwänen. Ferngläser und Spektive gehörten zur Ausrüstung, ebenso ein präparierter Zwergschwan als Anschauungsmodell.
Ein besonderes Schauspiel konnten die Kindern in diesem Jahr beobachten: Weil die Flächen stellenweise zugefroren waren, endeten die Start- und Landeversuche der Zwergschäne oftmals spektakulär - was die Kinder ebenso begeisterte wie die Schilderungen der Fachleute. Die Exkursionen wurden im Unterricht vor- und nachbereitet. "Dieser Anschauungsunterricht in der Natur bietet viele Vorteile, er weckt das Interesse der Kinder", erklärten die begleitenden Pädagogen. "Wegen der guten Resonanz der Schulen werden die Veranstalter im nächsten Jahr das Angebot für Schulkinder ausbauen", kündigt Renate Rahn an.


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