Tafeln : Mit "Laib" und Seele

Vor Weihnachten herrscht bei den insgesamt 52 Tafeln in Schleswig-Holstein und Hamburg mit ihren fast 5000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern wieder Hochbetrieb.

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14. November 2009, 09:38 Uhr

Neumünster | Bedürftige Menschen erfahren hier ein Stück Menschlichkeit und Solidarität. Die Tafeln gehören zu der größten sozialen Bewegung unserer Zeit. Sie sammeln überschüssige Lebensmittel, die nach den gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar sind, und geben diese an Bedürftige weiter. Ihre Zahl wächst.

Zur Unterstützung dieser wichtigen Arbeit - ein Drittel der Bedürftigen, die durch die Tafeln unterstützt werden, sind Kinder - wurde die Tafelstiftung Schleswig-Holstein/Hamburg gegründet. Nach fast einjähriger Vorbereitung hat jetzt das Kieler Innenministerium die gemeinnützige Stiftung anerkannt und ihrem Vorsitzenden Reinhold Pevestorf die Stiftungsurkunde überreicht. Der Ostenfelder Pevestorf, vor seinem Ruhestand als Führungskraft in der Wirtschaft tätig, vertritt die norddeutschen Tafeln als Mitglied im Bundesverband.

"Die neue Stiftung will die Arbeit der Tafeln langfristig finanziell absichern und unterstützen", sagte Pevestorf. Jeder Stifter sei willkommen, jede Zustiftung ein Zeichen von Verantwortung und Mitgefühl gegenüber den Schwächsten der Gesellschaft. Zuwendungen seien steuerlich absetzbar. Pevestorf verwies darauf, dass mehr als 20 Prozent aller Lebensmittel täglich weggeworfen werden, obwohl sie noch verwertbar seien. "Obwohl es in unserer Gesellschaft Lebensmittel im Überfluss gibt, haben nicht alle Menschen ihr täglich Brot", betonte der Stiftungsvorsitzende. Die ehrenamtliche Arbeit der Tafeln bedeute für viele Menschen "nicht nur Brot zum Leben, sondern auch etwas mehr Lebensqualität".

Neben Pevestorf gehören der frühere Präsident des Landessozialgerichts, Dr. Friedrich Stoll, und der Wirtschaftsprüfer Klaus Feseker dem Vorstand an. Das 15-köpfige Kuratorium, in dem Persönlichkeiten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens vertreten sind, wird vom Leitenden Archivdirektor a. D. Prof. Dr. Reimer Witt (Schleswig) geleitet. "Die Tafeln arbeiten überparteilich und überkonfessionell. Sie finanzieren sich ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. Mit der Stiftung bekommt diese großartige Arbeit ein noch besseres Fundament", sagte Professor Witt gestern auf der Sitzung von Kuratorium und Vorstand in Neumünster.

Wie vielfältig geholfen werden kann, zeigt die Provinzial-Versicherung. Sie schenkte den Tafeln 2000 Rauchmelder, die kostenlos an Bedürftige verteilt werden. Im Advent werden der NDR und unsere Zeitung eine Gemeinschaftsaktion für die Stiftung starten.

Spendenkonto Tafelstiftung: Kto. 1519 1372 / BLZ 23051030 (Spenden steuerlich absetzbar)

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