Party-Scherz wird zum Running Gag : Mit ihm begann die Bielefeld-Verschwörung

Der Kieler Achim Held mit Souveniers aus Bielefeld. Foto: dpa
Der Kieler Achim Held mit Souveniers aus Bielefeld. Foto: dpa

Rund 180.000 Treffer ergibt die Suche nach der "Bielefeld-Verschwörung" im Internet. Vor 20 Jahren war der Kieler Achim Held bei der Fete, auf der die Geschichte begann.

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21. Februar 2013, 11:28 Uhr

Er hält die meisten Verschwörungstheorien für absurd und ist doch Geburtshelfer der wohl erfolgreichsten Verschwörungstheorie Deutschlands: der Kieler Achim Held. Im Interview erzählt er, wie die Bielefeld-Verschwörung vor 20 Jahren begann. Bei der Bielefeldverschwörung handelt es sich um die satirisch gemeinte Leugnung der Existenz der Stadt in Nordrhein-Westfalen. Damit werden diverse Verschwörungstheorien parodiert.
Wie oft haben Sie die Geschichte schon erzählt?
Ich könnte es nicht mehr zählen.
Erzählen Sie sie noch mal!
Begonnen hat das Ganze tatsächlich auf einer Studentenparty in einem Kieler Studentenwohnheim. Da kann ich noch nicht mal mehr das genaue Datum sagen. 1993 weiß ich noch sicher. Da war eben auch jemand aus Bielefeld anwesend. Also jemand, der hier in Kiel studierte, aber aus Bielefeld kam und das erzählte. Und ein Kommilitone von mir sagte dann einfach so aus Jux: "Ich glaub Bielefeld gibt es gar nicht."
Wie ging es dann weiter?
Das wäre, glaube ich, wieder eingeschlafen, wenn wir nicht im Oktober 1993 unterwegs gewesen wären von Kiel nach Essen über die A2 und zu dem Zeitpunkt gerade wegen irgendwelcher Autobahnarbeiten wirklich alle Ausfahrten nach Bielefeld groß auf den Autobahnschildern durchgestrichen gewesen wären, also richtig schön orange Bielefeld einmal durchgekreuzt. Und da haben wir gedacht: Aha, wir haben doch recht gehabt.
1994 haben Sie eine Fassung ins Netz gestellt. Gab es Leute, die die Geschichte ernst genommen haben?
Ja. Ganz konkret weiß ich das von einem, weil der so weit gegangen ist, dass er eines Abends bei mir vor der Tür stand, weil er sich unbedingt mit mir unterhalten wollte, eben erzählte, er sei auch irgendwelchen Verschwörungen auf der Spur und seine Ärztin würde im Auftrag der Regierung irgendwelche komischen Experimente mit ihm machen. Also richtig so, wie man sich einen Paranoiker vorstellt, der eben meinte, er hätte jetzt mit mir einen Mitstreiter gegen die allgemeinen Weltverschwörungen gefunden.
Und, haben Sie sich gut unterhalten?
Das war mir dann doch aber ein bisschen zu unheimlich. Ich habe ihn gar nicht erst reingelassen. Ich habe versucht zu erklären, dass das doch eher satirisch alles gemeint ist. Und er ist dann auch wieder abgezogen. Aber ich glaube, überzeugt habe ich ihn nicht. Ich glaube, er hatte eher den Eindruck, dass mich auch die Gehirnwäsche erwischt hat.
Mögen Sie Verschwörungstheorien?
Die meisten halte ich für absurd. Einige sogar für sehr unterhaltsam. Also je absurder, desto unterhaltsamer finde ich sie. Einige finde ich eher bedenklich. Richtig selber glaube ich an die Verschwörungstheorie, dass Kennedy nicht von einem Einzeltäter erschossen wurde. Da bin ich überzeugt, dass mehr dahintersteckt. Aber diese ganzen bekannten Verschwörungstheorien mit "Mondlandung ist gefälscht" und "Die Amerikaner haben 9/11 selber veranlasst", die halte ich eher für dümmlich bis gefährlich.

Bielefeld ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen mit gut 320.000 Einwohnern. Die erste Erwähnung war Anfang des 9. Jahrhunderts. Seit den 13. Jahrhundert hat Bielefeld Stadtrechte.


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