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Monitoring der Nord- und Ostsee : Mit der „Atair“ auf der Suche nach Wracks und Radioaktivität

vom
Aus der Onlineredaktion

Zwischenstopp in Kiel: Das Forschungsschiff „Atair“ hat die Radioaktivität in Nord- und Ostsee gemessen. Hintergrund ist das Strahlenschutzvorsorgegesetz.

shz.de von
erstellt am 16.Feb.2016 | 15:25 Uhr

Kiel | Die Wracksuche und Messung der Radioaktivität in der Nord- und Ostsee ist die Aufgabe der „Atair“, einem Wrack-, Vermessungs- und Forschungsschiff des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie. Das Schiff mit Heimathafen Hamburg machte am Dienstag einen Zwischenstopp am Sartorikai im Kieler Hafen. Grund des Besuchs ist die Beendigung einer jährlichen Forschungsreise im Rahmen des „Monitorings“ der Nordsee.

Die Mission der „Atair“ ist außergewöhnlich: Die Messung von Radioaktivität steht nach dem Strahlenschutzvorsorgesetz auf dem jährlichen Programmplan des Forschungsschiffes. Dazu fährt das Schiff etliche Messpunkte in Nord- und Ostsee an, unter anderem vor der Elbemündung bis zur Weser und vor Westerland. In der Ostsee von der Odermündung zur Kadettrinne und bis Kiel.

Das Schiff wird nun im Kieler Hafen abgerüstet. Hierzu zählen auch auf dem Achterdeck festgemachte Container. Frischwasser und Brennstoff sollen bis Dienstag aufgenommen werden, sagt Kapitän Ulrich Klüber.

Danach soll das Boot durch den Nord-Ostsee-Kanal die Fahrt in die Nordsee aufnehmen, um dort wieder auf Wracksuche gehen zu können, erklärt der Kapitän. Auch die Suche nach unbekannten Hindernissen unter Wasser steht bei der Besatzung auf dem Programm. Vor der Elbmündung in Brunsbüttel hatten sich zuletzt Reste einer Ankerkette an einem Schiff verfangen, sagt Klüber. Anker und Kettenreste konnte die Besatzung bergen.

Die Crew markiert einen Fundort mit einem Eisenbahnrad, dem sogenannten „Teller“. Er wird ins Wasser geworfen. Nicht immer sind die Funde harmlos: So entdeckte die Mannschaft bereits eine brandgefährliche Grundmine aus dem Zweiten Weltkrieg

Auch die Nachforschung nach versehentlich verloren gegangenen Containern eines Schiffes in der Wesermündung Anfang Februar hatte die Besatzung des Schwesterschiffes der „Atair“ in Atem gehalten.

Insgesamt befänden sich in der Nord- und Ostsee rund 2000 bekannte Wrackstellen, wovon sich noch einige auch in der Kieler Förde befinden sollen, sagte Klüber.

Sollte sich eine gute Wetterlage entwickeln, wird eine kurzfristige Forschungsreise zu den verbliebenen Feuerschiffen, Großtonnen und Forschungsplattformen in der Nordsee in Angriff genommen. Dort befinden sich Sensoren für den Wetterdienst, die durch die Besatzung des Schiffes überholt werden müssen.

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