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Vermisste Familie aus Drage : Miriam und Sylvia Schulze – Hoffnung auf neue Spur

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Vor zwei Jahren verschwand die Familie aus Drage. Mutter und Tochter sind bis heute vermisst.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2017 | 10:11 Uhr

Drage | Seit bald zwei Jahren fehlt von Sylvia Schulze (43) und ihrer Tochter Miriam (12) aus dem Landkreis Harburg in Niedersachsen jede Spur. Die Leiche des 41 Jahre alten Familienvaters war Ende Juli 2015 aus der Elbe geborgen worden. Jetzt hofft die Polizei, eine neue Spur verfolgen zu können. Noch ist es allerdings ein Strohfeuer.

Ein Privatermittlerteam habe in der Nähe des Wohnungsortes der Familie Kleidungsstücke gefunden, sagte Jan Krüger, Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Derzeit laufe eine DNA-Untersuchung beim Landeskriminalamt (LKA). Die „Landeszeitung“ in Lüneburg hatte zuvor darüber berichtet. „Sollte die DNA einer der beiden Vermissten nachgewiesen werden, dann gibt es eine neue Spur“, sagte Krüger.

Das LKA bestätigte auf Nachfrage die neuen Untersuchungen. Wann sie abgeschlossen sind, konnte ein LKA-Sprecher nicht sagen. „Die Dauer hängt vom Einzelfall ab.“

Die Familie aus Drage wurde vor den Sommerferien 2015 zuletzt gesehen. Die Polizei geht von einem Familiendrama aus. Bereits zweimal war der Fall Thema bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“ im ZDF. Zuletzt Ende Juni 2016. Entscheidende Hinweise gab es nicht.

Nach Angaben von Krüger hatten die Privatermittler die Teile bereits im Dezember 2016 gefunden und auch Nachbarn befragt. Anschließend seien die Kleidungsstücke der Polizei übergeben worden. Seit Anfang des Jahres liegen sie beim LKA.

Eine Chronologie der Ereignisse:

Vermisste Familie aus Drage: Das ist geschehen

21. Juli (Dienstag): Die Familie besucht nach Angaben der Polizei gemeinsam einen Pferdehof in der Nähe von Drage.
22. Juli (Mittwoch): Letzter Schultag in Niedersachsen. Die Mutter wird das letzte Mal lebend gesehen, an ihrer Arbeitsstelle bei einem Discounter. Die Polizei geht davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt auch die Tochter noch lebt.


23. Juli (Donnerstag): Zeugen wollen den Vater am Morgen im Auto der Frau an der Elbe auf dem Weg von Stove nach Drage gesehen haben.
24. Juli (Freitag): Der Arbeitgeber der Frau ruft bei der Polizei an und meldet sie als vermisst. Beamte aus Winsen (Luhe) kommen, das Haus wird wenig später geöffnet.
25. Juli (Samstag): Die Polizei sucht mit Unterstützung der Feuerwehr in Drage weiter nach den Vermissten. Ein Hubschrauber steigt auf.
27. Juli (Montag): Die Polizei geht an die Öffentlichkeit, auch mit Fotos der drei Vermissten. Parallel wird auch mit Hunden gesucht.
28. Juli (Dienstag): Taucher suchen bei Drage an einer beliebten Badestelle nach den Vermissten.
30. Juli (Donnerstag): Eine Sonderkommission wird eingerichtet. Die Zahl der Ermittler wird von 15 auf 25 erhöht. In Winsen wird am Bahnhof das Herrenfahrrad des 41-Jährigen gefunden. Die Polizei richtet eine eigene Hotline für Hinweise ein.


31. Juli (Freitag): In Lauenburg wird ein Ertrunkener geborgen, es ist der vermisste Vater. Die Polizei schließt Fremdverschulden aus.
Noch in der Nacht finden Taucher der Feuerwehr ein Damenfahrrad aus dem Besitz der Familie im Fluss unter der Brücke, von der der 41-Jährige in die Elbe gesprungen sein soll. Rund 50 Polizisten und Feuerwehrleute sind im Einsatz.
1. August (Samstag): Polizeitaucher und ein Sonarboot suchen bei Lauenburg weiter nach der vermissten Frau und ihrer Tochter.
4. August (Dienstag): Die Taucher suchen erneut in der Elbe bei Drage nach der Frau und dem Kind. Mittlerweile sei die Vermutung einer Familientragödie relativ groß geworden, heißt es von der Polizei.
5. August (Mittwoch): Mehr als 100 Polizisten und sechs Leichenspürhunde durchsuchen das Deichvorland bei Drage. Weitere Suchmaßnahmen seien zunächst nicht geplant, heißt es danach - es gebe keine konkreten Anhaltspunkte.
12. August (Mittwoch): Die Polizei sucht in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ nach möglichen Zeugen.

17. August (Montag): Nach einem neuen Hinweis suchen Polizeitaucher am Nachmittag den Seppenser Mühlenteich in Buchholz in Niedersachsen ab.

20. August (Donnerstag): Die Suche in Holm-Seppensen wird ergebnislos eingestellt.

25. August (Dienstag): Die Sonderkommission wird auf drei Mitarbeiter reduziert, später auf einen.

19. Oktober (Montag): Taucher suchen ohne Erfolg die Elbe bei Hoopte ab.

2. November (Montag): Die Polizei sucht am Elbufer bei Geesthacht auf der schleswig-holsteinischen Seite, gefunden wird nichts.

März 2016: Die Sonderkommission wird endgültig aufgelöst.

Ende Mai 2016: Bei Radbruch sucht die Polizei mit Spürhunden, gefunden wird nichts.

29. Juni: 2016: Der Fall ist erneut Thema bei „Aktenzeichen XY ...ungelöst“. 40 Hinweise gehen ein, die von der Polizei ausgewertet werden.

 
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