Urteil jetzt rechtskräftig : Mindestgröße bei Bundespolizei: Frauen können nicht zu klein sein

Die Bundespolizei wies eine Bewerberin ab - weil sie nur 1,58 Meter groß ist. Zu Unrecht. Das ist jetzt endgültig entschieden.

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13. Mai 2015, 16:28 Uhr

Schleswig | Die Bundespolizei darf nach einem Gerichtsurteil keine Bewerberinnen abweisen, weil sie die vorgegebene Mindestgröße von 1,63 Metern nicht erreichen. Diese Entscheidung des Verwaltungsgerichts Schleswig von Ende März ist jetzt rechtskräftig. Die Bundespolizei habe keine Berufung eingelegt, bestätigte das Gericht am Mittwoch.

Es hatte der 1,58 Meter großen Frau eine Entschädigung von rund 3800 Euro zugesprochen. Die Volljuristin wollte in den höheren Polizeivollzugsdienst, wurde wegen ihrer Körpergröße aber nicht berücksichtigt. Dies verstieß nach Ansicht der Richter gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz.

Demnach gibt es keine belegbaren Gründe dafür, die unterschiedlichen Mindestkörpergrößen für Männer und Frauen zu rechtfertigen. Bei der Bundespolizei sind es bei Männern 1,65 Meter und bei Frauen 1,63 Meter.

„Die Körpergröße einer Person kann keine Aussage über die Geeignetheit eines Bewerbers oder einer Bewerberin treffen“, erklärte die Rechtsanwältin Frauke Zylka aus Thüringen, zugleich Klägerin. Dies bleibe ein willkürliches Kriterium. Aus dem Urteil müssten außer der Bundespolizei auch die Länderpolizeien Konsequenzen ziehen und hierzu ihre Vorgaben für Größenvorgaben kritisch hinterfragen.

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