zur Navigation springen

Nord- und Ostsee : Millionen Tonnen Munition rosten im Meer

vom

Auf dem Grund von Nord- und Ostsee liegen noch immer Unmengen an Weltkriegsmunition. „Unerträglich“, sagt Umweltminister Robert Habeck. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2014 | 15:34 Uhr

Millionen Tonnen Munition sind während und nach dem Zweiten Weltkrieg in Nord- und Ostsee versenkt worden - ein gefährliches Erbe mit Dauerfolgen auf unabsehbare Zeit. „Von einer tatsächlichen Lösung für dieses unerträgliche Problem sind wir noch weit entfernt - und das rund 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) am Dienstag in Kiel. Dies sei bedrückend.

„Es ist eine enorme Menge an Munition, die auf dem Meeresboden vor sich hin rostet“, sagte Habeck. Er stellte dem Landeskabinett einen aktualisierten Bericht über die Belastung der deutschen Meeresgewässer vor. Mit den heute zur Verfügung stehenden Bergungstechniken ließen sich nur einzelne Minen und Bomben entschärfen, sagte der Minister.

Während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde nicht nur konventionelle Munition im Meer versenkt, sondern auch chemische Kampfstoffe. Unter Federführung Schleswig-Holsteins haben Experten von Bund und Ländern in einem gut 50 Seiten starken Bericht neue Erkenntnisse zu versenkter Munition zusammengetragen. Mit Hilfe von Archiven fanden sie beispielsweise Hinweise auf Minen in der Kieler Förde. Unter Einbeziehung von Messdaten entdeckten Munitionsexperten allein im auslaufenden Fahrwasser der Kieler Förde 31 scharfe englische Minen und machten sie unschädlich.

„Ich bin froh, dass wir unsere Kenntnisse über die seit Jahrzehnten unter der Meeresoberfläche lauernden Altlasten der letzten Kriege immer weiter verbessern können“, sagte Habeck. Bei einer größeren Zahl von Minen konnte laut Ministerium darauf verzichtet werden, diese unter Wasser zu sprengen.

Stattdessen wurden nur die Zünder mit einer kleinen Sprengladung abgetrennt. Habeck strebt ein integriertes System an, das in der Lage ist, Munitionsaltlasten unter Wasser aufzuspüren und unschädlich zu machen. Wichtig sei es auch, bei Bergung und Sprengung die höchsten Standards zum Schutz der Meeresumwelt einzuhalten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen