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Bedrohte Vogelart : Millionen für Kiebitz-Schutz

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Früher war er ein Allerweltsvogel: Heute ist der Kiebitz eine bedrohte Art. Geld für ein Nabu-Projekt kommt auch vom Umweltministerium aus SH.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2014 | 16:31 Uhr

Bergenhusen | Zum Schutz des Kiebitzes hat der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) ein 1,45 Millionen Euro teures Projekt gestartet. Knapp fünf Jahre lang sollen neue Schutzmethoden für Kiebitze und andere Vogelarten entwickelt und in ganz Deutschland in Zusammenarbeit mit Landwirten erprobt werden, teilte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller zum Projektstart am Montag im Storchendorf Bergenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg) mit.

Noch vor 50 Jahren war der Kiebitz ein Allerweltsvogel, der fast überall auf Feldern und Wiesen in Deutschland häufig anzutreffen war. Heute ist er laut Nabu aus vielen Agrarlandschaften verschwunden und gehört mittlerweile zu den bedrohten Vogelarten. Sein Bestand sei in den vergangenen 20 Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen, so dass in Deutschland nur noch etwa 80.000 Paare brüten. Intensive landwirtschaftliche Nutzung und veränderte Fruchtfolgen hätten zu starken Bestandsrückgängen geführt. Der Kiebitz brütet fast ausschließlich auf landwirtschaftlichen Nutzflächen und ist damit von den Aktivitäten der Landwirte abhängig.

Hoher und dichter Pflanzenwuchs mache den Kiebitzen eine erfolgreiche Brut und Jungenaufzucht oftmals unmöglich, erläuterte der Nabu. Hier setze das Projekt an. „Wir erproben Maßnahmen, die sich in den Arbeitsablauf der Landwirte einbinden lassen, um Kiebitzen wieder geeignete Brutplätze zu bieten“ sagte Miller. So sollen auf Äckern und Wiesen vegetationslose Flächen geschaffen werden, um den Vögeln eine Brut zu ermöglichen. „Denn sie lieben die Rundumsicht“, sagte Miller.

Erfolgversprechende Maßnahmen sollen aufbereitet und in Agrarumweltmaßnahmen integriert werden. Die Erfahrungen des Projektes „Der Sympathieträger Kiebitz als Botschafter: Umsetzung eines Artenschutz-Projektes zur Förderung des Kiebitzes in der Agrarlandschaft“ sollen zudem in ein Handbuch fließen.

Drei Viertel der Projektkosten trägt das Bundesumweltministerium. Ein Viertel übernehmen das schleswig-holsteinische Umweltministerium, die Hanns-R.-Neumann Stiftung und der Nabu. In einigen Jahren soll überprüft werden, wie diese und andere Schutzmaßnahmen greifen, damit der Kiebitz wieder eine Zukunft hat.

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