Konjunkturklimaindex : Mieses Wetter in SH vergrault Touristen

Ein verlassener Strand in St. Peter Ording: Das schlechte Wetter vergrault die Touristen. Foto: dpa
Ein verlassener Strand in St. Peter Ording: Das schlechte Wetter vergrault die Touristen. Foto: dpa

Wo bleibt der Sommer? Regen und niedrige Temperaturen drücken die Stimmung. Die IHK beschreibt es so: "Das Urlaubsland Schleswig-Holstein ist wetterfühlig."

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01. Juli 2013, 10:17 Uhr

Kiel | Das schlechte Wetter schlägt nicht nur aufs Gemüt - es dämpft auch die Geschäftserwartungen in den Urlaubsorten zwischen Nord- und Ostsee. Nach einer aktuellen Umfrage der IHK Schleswig-Holstein sank der Konjunkturklimaindex im Tourismus auf 97,5 und damit um 17 Punkte unter den Vorjahreswert. Im Frühjahr 2011 hatte der Wert auf einer Skala von 0 bis 200 noch bei 128,1 gelegen.
"Das Urlaubsland Schleswig-Holstein ist wetterfühlig", heißt es bei der Kammer. Nach zwei verregneten Sommern gab es einen früh einsetzenden und lang anhaltenden, kalten Winter. Folge: Urlauber suchten das Weite in wärmeren Regionen. Profiteure waren Reisebüros und Veranstalter.

Immer mehr gehen von schlechter Saison aus

Zwar hat nach Untersuchungen der IHK die Zahl der Betriebe zugenommen, die von einer ungünstigeren Entwicklung der Geschäftslage für die laufende Saison in Schleswig-Holstein ausgehen. Gut jedes zweite Unternehmen rechnet aber noch mit gleichbleibenden Zahlen. 29 Prozent erwarten sinkende Zahlen. "Leicht positiv" werde die Lage im Beherbergungsgewerbe eingeschätzt. Restaurants und Cafés aber stufen die Lage deutlich schlechter ein als im Vorjahr.
Dennoch gibt sich die IHK verhalten optimistisch: "Die Tourismuswirtschaft in Schleswig-Holstein wird einmal mehr beweisen, dass sie mit witterungsbedingten Einbußen umzugehen weiß", erklärte der Hauptgeschäftsführer der IHK, Peter Michael Stein. Dafür spreche die "ungebrochene Investitionsfreude" in der Branche. Auch seien kaum negative Arbeitsmarkteffekte zu erwarten.

Verregneter Sommer schuld an "roter Null"

Die Tourismusagentur Schleswig-Holstein (Tash) rechnet mit aktuellen Buchungszahlen erst in den kommenden Wochen. Im April hatte die Agentur sich noch verhalten optimistisch zur Entwicklung im laufenden Jahr geäußert. Diese Prognose werde aber wohl "nach unten korrigiert werden müssen", sagte Tash-Geschäftsführerin Catrin Homp.
Bereits in den vergangenen Jahren war die Branche im Ländervergleich nur unterdurchschnittlich gewachsen. 2012 gab es in Schleswig-Holstein eine "rote Null" - die Zahl der Übernachtungen sank um 0,1 Prozent auf 24,5 Millionen, die Zahl der Gäste erhöhte sich leicht um 0,4 Prozent auf 6,14 Millionen Touristen.
Einiges deute darauf hin, dass der verregnete Sommer zu diesen Zahlen beigetragen habe, sagte Homp. Allerdings gebe es auch beim Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit Nachholbedarf. Dringend nötig sei eine Tourismusstrategie des Landes. Zudem müsse das Land Antworten auf den Wegfall der EU-Förderung für die touristische Infrastruktur ab 2014 geben.

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