Malayisches Flugzeug : MH370: Kieler Experten wollen nach Boeing suchen

Meereskundler Peter Herzig vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung führt das U-Boot „Abyss“ vor.
Meereskundler Peter Herzig vom Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung führt das U-Boot „Abyss“ vor.

Seit Wochen ist die malayische Boeing MH370 verschollen. Wenn die ersten Trümmer gefunden werden, soll laut einem Medienbericht ein U-Boot aus Kiel die Suche nach dem Flugzeug aufnehmen.

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23. März 2014, 10:44 Uhr

Kiel/Hamburg | Kieler Ozeanographen wollen mit einem unbemannten Mini-U-Boot nach der verschwundenen malaysischen Boeing suchen. Das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung rechnet mit einem entsprechenden Auftrag, mit der Suche im Meer zu beginnen, sobald die ersten Trümmer gefunden sind. Die U-Boot-Mission hätte allerdings einen Vorlauf von mehreren Monaten, wie die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag erfuhr. Das autonom operierende U-Boot „Abyss“ ist eins von weltweit drei, die für eine Suche in Tiefen bis zu 6000 Metern geeignet sind.

Die Kieler Ozeangraphen wollen dabei nach einem Bericht des „Spiegel“ mit dem Woods-Hole-Institut in den USA kooperieren, das die anderen beiden U-Boote betreibt: „Wir haben uns mit den amerikanischen Kollegen bereits abgesprochen, dass wir die Suche wieder gemeinsam machen“, zitierte das Magazin den Direktor des Zentrums, Meereskundler Peter Herzig. „Mit dem Sonar von drei U-Booten lässt sich simultan eine viel größere Fläche absuchen.“ 

Eine solche Mission hat allerdings einen Vorlauf von mehreren Monaten, wie Herzig in einem Gespräch der dpa sagte. „Das kann nicht nebenbei gemacht werden.“ Das U-Boot werde gerade gewartet und müsste - falls der Auftrag kommt - ins Zielgebiet geflogen werden. Auch ein gechartertes Schiff sei am Einsatzort notwendig, unter anderem um die Elektronik zu programmieren und die Batterien des Roboters nach 24 Stunden wieder aufzuladen.

„Der Roboter fährt dann wie ein Rasenmäher den vorgegebenen Kurs ab“, sagte Herzig. „Abyss“ könne Metall von Sand und Stein unterscheiden. Das zigarrenförmige U-Boot ist etwa vier Meter lang.

Im Frühjahr 2011 war mit Hilfe des Kieler U-Boots in etwa 4000 Meter Tiefe das Trümmerfeld der abgestürzten Air-France-Maschine mit der Flugnummer AF 447 im Atlantik gefunden worden. Auch damals kooperierten die Kieler mit dem US-Institut. Nun hofft der Kieler Professor, bei der Suche nach der malaysischen Boeing helfen zu können. Wenn es gelinge, den Suchort einzugrenzen, dann sei er optimistisch, das Wrack auf dem Boden aufzuspüren.

Immer wieder kommen Tauchroboter zum Einsatz, wenn Flugzeuge ins Meer stürzen oder Schiffe auf hoher See sinken. So spürten Roboter in den 1980er Jahren zum Beispiel den 1912 gesunkenen Luxusliner „Titanic“ und das deutsche Schlachtschiff „Bismarck“ auf, das im Zweiten Weltkrieg versenkt worden war.

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